Adolf Knirr aus Berghofen stirbt im Zweiten Weltkrieg

Tod bei der "Ardennen-Offensive"

Battenberg-Berghofen - Die "Ardennen-Offensive" sollte Deutschland im Zweiten Weltkrieg vor den Alliierten retten. Dem Berghöfer Adolf Knirr brachte die letzte deutsche Offensive den Tod. Seine Töchter feierten vor 70 Jahren ein trauriges Weihnachtsfest.

16. Dezember 1944: zwischen Echternach und Monschau tritt in den frühen Morgenstunden die deutsche Wehrmacht zu einem, zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erwarteten, Großangriff gegen die alliierten Truppen an der Westfront an. Unter absoluter Geheimhaltung sind die Vorbereitungen getroffen worden. Alles was man von deutscher Seite noch aufzubieten vermochte, wurde in dieses, als „Ardennen-Offensive“ in die Kriegsgeschichte eingegangene, Unternehmen investiert.

Die Zielsetzung war: den West-Alliierten an unerwarteter Stelle einen empfindlichen Schlag zu versetzen, der dem deutschen Reich eine Atempause gewähren und darüber hinaus dem Gegner das geplante Vorhaben der Überwindung der deutschen Westgrenze in breiter Front, vielleicht für Monate wenn nicht gänzlich, zu vereiteln.

Adolf Knirr aus Berghofen, geboren am 18. Juli 1906, befand sich in der Nähe von Prüm in der Schnee-Eifel, als die „Ardennen-Offensive“ begann. Seine Einheit, die sechste Kompanie des GR 295 im Verband der 18. Volks-Grenadierdivision, war der fünften Panzerarmee unter General Hasso von Manteuffel zugeordnet. Adolf Knirr hatte zuvor seine Grundausbildung in Kassel-Wolfsanger absolviert.

„Täglich gingen wir damals auf Wunsch unserer Mutter zur Poststelle in Berghofen um einen etwaigen Brief unseres Vaters abzuholen“, berichtet die heute 80-jährige Waltraud Bätzel geborene Knirr. „Die Nachricht vom Tod unseres Vaters erhielten wir noch vor dem Heiligen Abend 1944. Unendlich traurig war das Weihnachtsfest“, fügt Waltraud Bätzel hinzu. Adolf Knirr hinterließ seine Frau Anna geborene Arnold und seine beiden Töchter Irmgard (12 Jahre) und Waltraud (10 Jahre).

Nach mehr als vierzig Jahren erfuhren die Angehörigen schließlich von einem Kriegskameraden Adolf Knirrs Einzelheiten über dessen Schicksal. „Ihr Vater wollte am Nachmittag des 16. Dezember einem verwundeten Kameraden helfen. Ich habe ihm noch gesagt, dass Hilfe nicht mehr nötig sei, denn der Verwundete war schon tot, und er solle sich schleunigst in Sicherheit bringen. Unmittelbar darauf wurde ihr Vater von einer vermutlich verirrten Gewehrkugel tödlich getroffen“, berichtete der Kamerad den Töchtern von Adolf Knirr damals.

Auf dem Ehrenfriedhof von Daleiden südwestlich von Prüm/Eifel fand Adolf Knirr seine letzte Ruhe. Er liegt im Grab 1930, Block C. Die Gefallenen, die dort bestattet sind, waren bis zu ihrer Umbettung nach Daleiden auf 72 kleineren Anlagen beigesetzt. Insgesamt ruhen auf der Kriegsgräberstatte in der Nähe der luxemburgischen Grenze 2980 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Das Grab von Adolf Knirr ist nachweislich das einzige bekannte, eines der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Berghöfer Soldaten, das sich auf deutschem Terrain befindet.

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