Asylbewerber: Stadt Frankenau will künftig noch mehr für Flüchtlinge tun

Ein Asylbewerber in einem Deutschkurs: Auch die Stadt Frankenau muss weiter mit Zuweisungen rechnen. Am Donnerstag fand zu dem Thema ein runder Tisch statt. Es wurde darüber diskutiert, wie den Menschen am besten geholfen werden kann. Symbolfoto: dpa

Frankenau. Mit einer besseren Vernetzung zwischen Kommunen, Kreis und hilfsbereiten Gruppen sowie der Unterstützung der Bürger will die Stadt Frankenau dafür sorgen, dass weitere Asylbewerber im Kellerwaldstädtchen untergebracht und dass diese noch stärker integriert werden.

Das war ein Ergebnis des runden Tisches zum Thema „Unterbringung von Asylbewerbern", der am Donnerstag in Frankenau stattfand und an dem etwa 50 Frankenauer sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirchen und anderen hilfsbereiten Gruppen teilnahmen.

Eines wurde an dem Abend auch klar: Es fehlen angesichts der steigenden Zahl der Flüchtlinge immer noch Wohnungen. Auch die Sprachbarrieren müssen effizienter abgebaut werden.

Zur Sprache kamen aber noch zahlreiche andere Themen. Die HNA fasst die wichtigsten Aspekte zusammen:

Zuweisung 

Für Frankenau begann die Zuweisung von Flüchtlingen durch den Kreis Mitte vergangenen Jahres. Im September 2014 kam ein iranisches Ehepaar in das Kellerwald-Städtchen. Die Asylbewerber wurden in einer Ferienwohnung untergebracht und haben mittlerweile Kirchenasyl beantragt. Einige Wochen später kamen vier Syrer, die zunächst im Lebenshilfe-Werk des Kreises im Frankenauer Hof untergebracht wurden. Anfang Dezember 2014 fanden sie eine Unterkunft in einer Ferienwohnung in Löhlbach. Am 16. Januar 2015 nahm Frankenau eine dreiköpfige irakische Familie auf, die in einer Ferienwohnung in Frankenau wohnt. Außerdem haben zwei Menschen aus dem Kosovo eine Unterkunft bei einer Privatperson gefunden. Am kommenden Mittwoch wird zudem eine weitere ausländische Familie nach Frankenau kommen. Bürgermeister Björn Brede sagte gestern auf HNA-Anfrage, dass für diese Familie bereits eine Unterkunft gefunden worden sei.

Kosten 

Wenn die Stadt Frankenau Flüchtlinge zugewiesen bekommt, mietet sie für diese Wohnraum von Privatpersonen oder anderen Vermietern an. Die Mietkosten werden ganz oder zum großen Teil vom Kreis übernommen. Frankenau entstehen Kosten, wenn beispielsweise der Wohnraum zu groß ist für die Zahl der Asylbewerber und die Differenz der Kosten getragen werden muss. „Das ist kein Problem. Unser Grundprinzip ist, dass wir den Menschen helfen wollen“, sagte Brede, der auch darauf hinwies, dass die Unterkunft für die Asylbewerber in Löhlbach über die Stadt Frankenau mit dem Kreis abgerechnet werde, da ja Frankenau die vier Syrer zugewiesen bekommen habe und nicht die Gemeinde Haina.

Wohnungen 

Wohnraum ist aus Sicht von Herbert Wolf, der bei der Stadt Frankenau für die Asylbewerber-Zuweisungen zuständig ist, das Wichtigste, um den Flüchtlingen schnell zu helfen. „Anfangs war es so, dass freitags über die Zuweisung entschieden wurde. Am darauffolgenden Montag hatte ich den Fall auf dem Tisch. Am Mittwoch kamen dann schon die Asylbewerber“, berichtete Wolf. Das sei knapp gewesen. Daher werde man Wohnraum schon im Vorfeld herrichten, bevor Zuweisungen kommen. „Dass wir weitere Asylbewerber aufnehmen müssen, steht außer Frage. Wir gehen von sieben weiteren Personen im ersten Halbjahr 2015 und von zwölf weiteren Personen im zweiten Halbjahr 2015 aus“, so Wolf. Daher sei man auf Privatpersonen oder Vermieter aus Frankenau angewiesen. Wer Wohnraum habe, könne sich wie gehabt bei der Stadt (Tel. 06455/79912) melden.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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