Jugendfeuerwerhtag in Marburg

Vom Atemschutz zur Rettungsschere

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Stets ein beliebtes Spiel und eine gute Vorbereitung für den Ernstfall in der Einsatzabteilung: Zielübungen mit dem Wasserstrahl – hier Mitglieder der Bottendorfer Jugendfeuerwehr.

Frankenberger Land / Marburg - Eine Leistungsschau des Nachwuchses hessischer Feuerwehren war der Jugendfeuerwehrtag in Marburg. Die heimische Jugend war gut vertreten.

Mehr als 200 Jugendliche aus dem Landkreis sind am Samstag nach Marburg zum hessischen Tag der Jugendfeuerwehr gereist. In kleinen Gruppen erkundeten die Kinder und Jugendlichen, unter anderem aus Diemelsee, Vöhl, dem oberen Edertal, Haina, Rosenthal, Gemünden und Burgwald, das Gelände an der Mensa und den Lahnwiesen und genossen die Sonne und die vielen Spieleangebote, die sich aneinanderreihten. Jugendfeuerwehren aus ganz Hessen sorgten für Wasserspiele, Geschicklichkeitsspiele, Kistenklettern und Kegeln.

Die Jugendwarte aus Waldeck-Frankenberg verzeichneten einen großen Andrang an ihrem Stand: Bei „Geh aufs Ganze“ spielten die Kinder an drei kleinen Toren mit den Showmastern um Preise - oder den Zonk. Aber auch die Wasserspiele am Lahnufer zogen die jungen Brandbekämpfer an: Die Kinder aus Roda lenkten ferngesteuerte Boote in einem Wasserbecken rund um einen qualmenden Vulkan, während die Bottendorfer mit Wasserstrahlen auf brennende Häuser aus Holz zielten. Kreativ wurden die Kinder mit ihren Betreuern - zwischen Pizza und Crêpes - beim Bemalen von Taschen mit dem Logo des diesjährigen Jugendfeuerwehrtags. Es ist hessenweit der 50. und damit sowohl für die Universitätsstadt wie für die jungen Brandschützer ein besonderer Grund zu feiern.

Sportlich gaben sich die Reddighäuser, die in der samstäglichen Mittagssonne um die Wette kegelten. Ihre Geschicklichkeit und Teamfähigkeit stellten die Jugendlichen aus Birken­bringhausen unter Beweis: Sie lenkten in einem großen Holzlabyrinth durch gemeinsames Kippen und Heben eine Kugel in Höchstgeschwindigkeit bis ins Ziel. „Der Tag war aufregend für die Jugendlichen“, sagt Birkenbringhausens Jugendwart Torsten Scheuermann. „Die Angebote sind spannend und sehr informativ.“

Wehren aus ganz Hessen

Feuerwehr-Jugendabteilungen aus dem gesamten Bundesland waren angereist: Aus dem Zelt der Kasseler Jugendfeuerwehr stiegen vermeintliche Rauchschwaden auf. Doch es war kein echtes Feuer, denn die Kasseler hatten eine Atemschutz-Übungsanlage errichtet. Es war ein Zelt, in dem die Feuerwehrleute aus der nordhessischen Großstadt ein Labyrinth aufgebaut hatten, durch das sich die Kinder ihren Weg bahnen mussten. Die besondere Schwierigkeit an dieser Aufgabe: eine Nebelmaschine sorgte dafür, dass die Besucher im Zelt­inneren nicht einmal die Hand vor Augen sehen konnten - eine realistische Simulation der Sichtverhältnisse in einem brennenden Haus.

Bei bestem Sommerwetter waren auf den Marburger Lahnwiesen 25 Stände der Jugendfeuerwehren aus ganz Hessen aufgebaut, an denen es Geschicklichkeitsspiele und spezielle Feuerwehr-Aufgaben für Kinder gab. Auch auf dem Schulhof der Martin-Luther-Schule waren weitere Aktionen wie eine Kletterwand und eine Hüpfburg aufgebaut.

Viele der Kinder und Jugendlichen trugen einheitliche T-Shirts, die sie als Mitglieder ihrer Jugendfeuerwehren auswiesen. Auch das Technische Hilfswerk hatte einen speziellen Stand, an dem um Mitglieder geworben wurde und die Aufgaben der technischen Helfer gezeigt wurden. Dabei mussten die Teilnehmer mit einem Rettungsschneidegerät mit Wasser gefüllte Plastikbecher aufeinanderstapeln - eine Aufgabe, die gerade wegen des grobschlächtigen Geräts ein großes Fingerspitzengefühl erforderte.

Die Verantwortlichen der hessischen Jugendfeuerwehr waren nach zwei sonnen- und besucherreichen Tagen zufrieden mit dem Austragungsort und stellten Marburg ein gutes Zeugnis für die Bereitstellung der Plätze aus, wie Pressesprecher Uwe Segendorf erläuterte.

von Benjamin Kaiser und Patricia Kutsch

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