Seniorenwohnanlage in Allendorf

Auch im Alter selbstständig leben

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Auf einem unbebauten Grundstück im Allendorfer Hermann-Löns-Weg plant der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes den Bau einer Seniorenwohnanlage.Foto: Patricia Kutsch

Allendorf (Eder) - Der DRK-Kreisverband plant in Allendorf den Bau einer Seniorenwohnanlage. Ähnlich wie in Bromskirchen sollen alte Menschen dort unter Betreuung weitgehend selbstständig leben. Schon 2015 könnte das Haus am Hermann-Löns-Weg gebaut werden.

Die Idee, eine Wohnanlage für betreutes Wohnen in der Industriegemeinde zu bauen, geht auf das Jahr 2009 zurück. Damals hatte der Kreisverband in einem Pilotprojekt ein solches Gebäude in Bromskirchen eröffnet - und in der Mitgliederversammlung war die Frage aufgetaucht, ob ein solches Projekt nicht auch in Allendorf denkbar wäre. Bis dahin bot das Rote Kreuz betreutes Wohnen nur integriert in die Seniorenzentren in Battenberg und Gemünden an. In Bromskirchen war das erstmals losgelöst von einer stationären Einrichtung realisiert worden.

„Der Erfolg des Projekts, was die Belegung angeht, und der Zuspruch aus der Bevölkerung haben uns darin bestärkt, das fortzuführen“, sagte Geschäftsführer Christian Peter am Dienstag bei der Vorstellung der Allendorfer Pläne vor den Parlamentsausschüssen. Als Nächstes stehe der Umbau eines Hauses in Gemünden zum betreuten Wohnen an (FZ berichtete) - in Allendorf könnte also die dritte Wohnanlage im Altkreis entstehen. Die erste Planung sieht den Bau eines Hauses mit etwa sechs bis zehn Wohnungen vor.

Der Standort sei von wesentlicher Bedeutung, sagte Peter: „Es war nicht einfach, ein geeignetes Grundstück zu finden.“ Das DRK entschied sich für ein Grundstück am Hermann-Löns-Weg am Ortsrand von Allendorf. In der Nähe befinden sich das Dienstleistungszentrum und die Geschäfte in der Bahnhofstraße, auch das Battenfelder Einkaufszentrum ist gut zu erreichen. Fußballbegeisterte Bewohner käme die Nähe zu den Sportanlagen in der Beetwiese zugute. „Man ist in der Mitte des gesellschaftlichen Lebens“, verdeutlichte Peter. Ältere Menschen, die nicht mehr alleine den eigenen Haushalt versorgen können, haben so die Möglichkeit, im Ort zu bleiben.

Das Grundstück biete sogar die Option, die Wohnanlage um ein Seniorenheim zu erweitern - geplant sei das aber zunächst nicht, sagte Peter. Fest steht hingegen, dass das bislang im Battenberger Altenzentrum ansässige ambulante Pflegeteam in der neuen Allendorfer Wohnanlage stationiert werden soll. Das stelle zum einen die Pflege sicher, außerdem sei immer ein Ansprechpartner vor Ort, sagte Christian Peter.

Die Wohnungen sind zwischen 50 und 117 Quadratmetern groß und können von alleinstehenden Senioren oder Paaren bewohnt werden. Auch die Einrichtung von Wohngemeinschaften ist denkbar. Der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss könne auch öffentlich genutzt werden. „Kommune, Kirche und Vereine können eingebunden werden.“

Der Zeitplan sieht die Planung und Vorbereitung des Projekts im nächsten Jahr vor. 2015 soll der Bau starten. Die Kosten bezifferte Peter auf zwei Millionen Euro. Finanziert werden soll die Wohnanlage unter anderem durch Fördermittel für den Wohnungsbau und zinsgünstige Darlehen, außerdem über Landeszuschüsse und eigenem Geld des DRK-Kreisverbands. Stiftungen sollen ebenso um Zuschüsse gebeten werden.

Auch die Gemeinde Allendorf muss einen Beitrag leisten und das Grundstück zur Verfügung stellen. Auch am sozialen Wohnungsbau soll sich die Kommune beteiligen.

Von Mark Adel

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