Neuer Eintracht-Fanclub

Auch in Frankenberg regiert die SGE

+

Frankenberg - Gewaltfreiheit, Freude am Spiel und an der Gemeinschaft stehen beim neu gegründeten Eintracht-Fanclub "Frankenberger Adler" ganz oben auf der Liste - gleich nach dem Fußball.

Die Frankfurter Eintracht mischt direkt nach dem Aufstieg in der ersten Liga ganz oben mit - und in Frankenberg entsteht der erste offizielle Fanclub. Erfolgsfans? Ganz sicher nicht: Für die Mitglieder der „Frankenberger Adler“ zählt die Leidenschaft für den Fußball. Dass es derzeit so gut läuft im Waldstadion und in der Fremde, ist nur ein schönes i-Tüpfelchen.

„Das war eine Idee unter Freunden, also haben wir das einfach gemacht“, berichtet der Gründungsvorsitzende Enrico Erbe von der Idee zum Club - und fügt an: „Aber wir wollen das vernünftig aufziehen“. Im Gegensatz zu den Fanclubs von Schalke, Dortmund oder Bayern in der Region seien die bisherigen Eintracht-Fanvereinigungen im Landkreis eher inaktiv. „Wir wollen alle Eintracht-Fangruppen vereinen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen“, sagt Erbe. Sein Stellvertreter, René Krajnyak, denkt auch an die losen Fan-Gruppen, die regelmäßig zu Spielen fahren: „Oft sitzen wir in der Bahn und sehen da andere Fans. Die wollen wir ansprechen, denn zusammen ist so ein Spiel doch etwas ganz anderes“. Mindestens ein Jahr dauert es, bis die Anerkennung als EFC (Eintracht Fanclub) aus Frankfurt bestätigt wird. Solange bilden auch die organisierten Fans nur provisorisch einen Club - Vergünstigungen wie der erleichterte Zugang zu Dauer- oder Auswärtskarten, der mögliche Besuch eines Spielers oder mehr gibt es also frühestens ab Ende 2013. Doch um Vergünstigungen geht es den Adlern zumindest nur am Rande.

Bis zur Anerkennung nämlich wollen die bislang sieben Mitglieder im Frankenberger Land auf sich aufmerksam machen: „Wir repräsentieren die Eintracht außerhalb von Frankfurt“, erklärt René Krajnyak nicht ohne Stolz in der Stimme. Auch das sei die Aufgabe eines EFC - ganz offiziell, laut Statut. Darin steht daher auch, dass sich die Mitglieder von jeglicher Gewalt distanzieren müssen. Das tun die sieben „Frankenberger Adler“: „Die Böller-Attacke von Frankenberger Eintracht-Fans vor zwei Wochen am Marburger Bahnhof verurteilen wir. Das war niemand von uns“, versichert Krajnyak. Und Erbe fügt an: „Wer im Club ist und so etwas macht, fliegt raus“. Selbst mit einer Anzeige aus dem Club müsste in so einem fall gerechnet werden - die Adler wollen mit Gewaltfans nicht in Verbindung gebracht werden. Leidenschaft, Choreografien, Fangesänge: ja - Gewalt und Pyrotechnik: nein.

Gewaltfreiheit sei gerade auch deshalb wichtig, weil der Club für junge Mitglieder offen ist: „Wir haben drei Mitgliedergruppen. Erwachsene zahlen fünf Euro pro Monat, Jugendliche 2,50 Euro und Kinder unter 14 Jahren sind frei“, erklärt Erbe. Krajnyak fügt an, warum es wichtig sei, auch für den Nachwuchs offen zu sein: „Wir wollen auch die Kinder schon an den Fußball, an das Gemeinschaftsgefühl heranführen. Wenn wir zu lange warten, werden sie Fan von einem anderen Verein - dann ist es zu spät.“ Dass die Eintrachtler in der Region gerade gegen Dortmund-Fans in der Unterzahl sind, wissen sie. Deshalb wollen sie aktiv werben.

Auch das ist ein Punkt, den die Eintracht für die offizielle Anerkennung fordert: „Die wollen sicherstellen, dass sich nicht einfach ein paar Freunde wegen billiger Karten zusammentun“, sagt der Kassenwart Michael Burchard. Deshalb wird etwa schon jetzt an einem Sommerfest geplant. Die Weihnachtsfeier soll auf der Frankenberger Bowling-Bahn stattfinden. „Diese Gemeinschaft ist ja auch etwas besonderes“, sagt Krajnyak. Er schätze das Gefühl, zu wissen dass am Samstag König Fußball wieder die Hauptrolle spielt - gleich ob in der Kneipe oder im Stadion.

Zehn neue Mitglieder

Doch die „Frankenberger Adler“ treffen sich nicht nur an Spieltagen, sondern einmal im Monat auch im Goldenen Engel. Dann steht nicht das jüngste Spiel der Eintracht zur Debatte, sondern die weitere Entwicklung des Vereins: Mitgliederwerbung, Aktionen, Planung von fahrten und mehr.

In der Adventszeit wollen die Fans etwa in der Fußgängerzone für einen guten Zweck sammeln - die Idee war spontan, ob sie noch umzusetzen ist, wissen die Adler nicht. Noch ist der Club jung, ein Adlerküken gewissermaßen. Mindestens zehn weitere Mitglieder wollen die Fans noch im Probejahr gewinnen. „Wir wollen, dass das langfristig bestand hat“, sagt Erbe - dass die Eintracht auch in den Herzen der Frankenberger fest verankert ist.

Kommentare