Frankenberg

Auch Frankenberger sollen glücklich sein

- Frankenberg (pk). Humorvoll und kurzweilig war der Donnerstagabend für rund 80 Gäste des Frankenberger Kulturrings. Mit Christoph Sieber stand ein vielseitiger Kabarettist mit messerscharfer Zunge auf der Bühne.

Von der ersten Minute an hatte der Kabarettist Christoph Sieber das Publikum in der Ederberglandhalle auf seiner Seite. Nur seine Stimme erschallte – von ihm selbst war noch nichts zu sehen – als Sieber seine Gäste aufforderte, begeistert zu klatschen, damit er sich wohl fühlen könne. Kaum, dass der Kabarettist auf der Bühne stand, legte er auch schon los und sorgte für einen Lacher nach dem anderen.

Mit spitzer Zunge und viel Ironie zog er aktuelle Geschehnisse aus der Politik und der Gesellschaft durch den Kakao und nahm in Nebensätzen immer wieder die Frankenberger aufs Korn. „Ich bin gerne in der Region, hier ist immer Nebel“, begrüßte Sieber sein Publikum. Einen Starbucks in der „Shopping-Mall“ habe er vergeblich gesucht. Mit seinem Programm wolle er unterhalten: „Mir ist wichtig, dass Sie glücklich sind, auch wenn Sie so weit ab wohnen!“

„Der Deutsche steht noch mit 85 Jahren und drei Bypässen auf dem Bau und planiert die Auffahrt mit dem Rollator“ – der Italiener und der Grieche hingegen faulenzen seiner Meinung nach in der Hängematte der Pleite entgegen, begann der Kabarettist sofort sein temporeiches Programm. Vor allem die aktuellsten Geschehnisse nahm er aufs Korn: Sieber sagt, er sei beruhigt – bei der nächsten Demo von Rechtsradikalen wisse er, dass es nur die Freunde vom Verfassungsschutz seien. Und Merkel, die sich „von Cindy aus Marzahn nur durch die fehlende Krone unterscheidet, bekommt davon mal wieder nichts mit“.

Ihr Fett weg bekam die Gesellschaft: „Bildungsfernsehen“ werde bestimmt von „Hot Button“-Gewinnspielen und „reifen Frauen ab 70“, Kochsendungen und Formel Eins. „Nur eins ist schlimmer als Männer, die im Kreis rumfahren: Männer, die dabei zuschauen.“ Der Kabarettist war den ganzen Abend über mit Körpereinsatz dabei. Seine frechen, witzigen und manchmal bösen Kommentare untermalte er mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, die das Publikum zum Lachen brachte. Belohnt wurde er für den kurzweiligen Abend im nebligen Frankenberg mit viel Applaus.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 19. November.

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