Ausschuss in Battenberg

"Auf Dauer kommen Sie nicht drumrum"

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Der Anschluss des Dodenauer Wochenend-Gebiets an das Kanalnetz ist die größte Baumaßnahme der Stadt Battenberg in diesem Jahr. Der Bauausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss hat die verschiedenen Projekte für 2015 beraten. Fotos: Mark Adel

Battenberg - Etliche Häuser am Rand von Dodenau sind noch nicht ans Abwassersystem angeschlossen, vier Gebäude nicht mal ans Trinkwassernetz. Das soll sich ändern. Welche Lösung aber letztlich umgesetzt wird, ist noch nicht entschieden.

Über dieses und fünf andere große Bauprojekte haben sich am Donnerstag die Mitglieder des Bauausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses informiert. Winfried Roolf vom Kasseler Ingenieurbüro RNT stellte die Projekte vor. Hintergrund sind die anstehenden Haushaltsberatungen.

l Wochenendgebiet Dodenau: Der Bereich am Dorfrand war bereits vor neun Jahren Thema und war damals wegen des kostenintensiven Anschlusses von Dodenau an die Reddighäuser Kläranlage verschoben worden. In dem Bereich verfügen viele Gebäude noch über eine Klärgrube. Das ist nicht mehr zulässig. „Auf Dauer kommen Sie nicht drum rum“, sagte Winfried Roolf über den Anschluss ans Kanalnetz.

Die Wochenendhäuser sind inzwischen fast komplett dauerhaft bewohnt. Für den Bau von 840 Metern Kanal und 140 Metern Pumpendruckleitung sind 346000 Euro veranschlagt. 160000 Euro davon müssen die Anlieger zahlen, die die Hausanschlusskosten und den so genannten Schaffensbeitrag übernehmen. Weil das Abwasser wegen der geographischen Lage einiger Häuser zum Teil gepumpt werden muss, sind an sieben Hausanschlüssen so genannte Hebeanlagen notwendig, ebenso muss ein Pumpwerk gebaut werden.

Ein weiteres Projekt kommt in den nächsten Jahren auf die Stadt zu: Vier Grundstücke verfügen über keinen Wasseranschluss, die Anlieger versorgen sich über Brunnen. Sie könnten mit dem Bau einer Leitung vom Hochbehälter versorgt werden. Diskutiert wurde bei der Sitzung aber auch, ob im Zuge einmal begonnener Arbeiten nicht weitere Maßnahmen möglich sind: etwa der Bau einer Wasserringleitung, um überall im Wohngebiet für ausreichenden Wasserdruck zu sorgen.

Schon jetzt klagten Anwohner im Sommer über zu wenig Wasser, berichtete Ortsvorsteher Wolfgang Stein. Auch bei einem Brand kann fehlender Wasserdruck zu Problemen führen. Wird nur eine Leitung zu den vier unversorgten Häusern gelegt, kostet das etwa 105000 Euro. Die „große Lösung“, eine Ringleitung, würde mit 220000 Euro zu Buche schlagen.

Stein schlug vor, eine Stromleitung für die Straßenbeleuchtung zu legen – denn Lampen gibt es dort bislang nicht. Und es gibt noch weitere Unzulänglichkeiten, die auf der Wunschliste stehen – und die Kosten nach oben treiben würden: So ist die Straße nicht ausgebaut, sondern zum großen Teil nur geschottert oder bruchstückhaft asphaltiert. In den bislang veranschlagten Kosten ist aber nur die Wiederherstellung in den jetzigen Zustand vorgesehen. In den aktuellen Haushaltsberatungen spielen solche Überlegungen aber noch keine Rolle.

l Senonchesstraße in Battenberg: Unter der Sporthalle an der Gesamtschule verläuft ein alter Kanal aus den 70er Jahren. Er ist für heutige Verhältnisse unterdimensioniert. Das könnte bei starken Regenfällen zu Überschwemmungen führen – und damit zu Schäden an der Sporthalle, die gerade saniert wird. Nun sollen die Rohre unter der Straße in Richtung Schwimmbad, parallel zur Wasserleitung, auf einer Länge von 300 Metern verlegt werden. Die Wasserrohre werden bei der Gelegenheit gleich mit erneuert. Die Kosten für den Kanalbau betragen 185000 Euro, für die Wasserleitung 120000 Euro.

l Höhenweg in Laisa: Bislang war der Höhenweg eine so genannte Baustraße. Für den Ausbau an der 110 Meter langen Sackgasse sind 90000 Euro veranschlagt, den größten Teil bekommt die Stadt über die Anliegerbeiträge zurück.

l Stützmauer in Frohnhausen: An der Dorfstraße ist eine Stützmauer an einem Abhang marode. Einfließendes Wasser hat die Natursteine auf einer Länge von etwa 25 Metern beschädigt. Die Schäden seien „nicht kurzfristig“ aufgetreten, sondern hätten sich über die Jahre vergrößert, sagte Klaus Hallenberger (BL Laisa/Frohnhausen/Berghofen) auf Nachfrage von Hans-Gerhard Eitzenhöfer (CDU). Winfried Roolf riet zur umfassenden Sanierung. Weiteres Abwarten wäre mit höheren Kosten verbunden. Er schätzt die Kosten auf 19000 Euro.

l Kanalbau in Frohnhausen: Das Dorfgemeinschaftshaus ist nicht ans Abwassernetz angeschlossen. Deshalb soll ein neuer Kanal durch die Straße Am Roth verlegt werden – parallel zu einer vorhandenen Grabenverrohrung. Die Kosten werden auf 60000 Euro beziffert. Wegen der Enge der Straße seien die Arbeiten nicht unproblematisch, sagte Roolf. Schäden am Feuerwehrhaus, das direkt an die Fahrbahn grenzt, seien nicht zu befürchten, erklärte der Planer auf Nachfrage von Klaus Hallenberger.

l Palmsbergstraße in Berghofen: Auf einer Länge von 50 Metern soll eine Wasserleitung erneuert werden. Weil die Rohre zum Teil durch private Grundstücke führen, sollen sie außerdem in die Straße verlegt werden. In der Vergangenheit waren in diesem Abschnitt immer wieder Lecks aufgetreten. Veranschlagt sind Kosten in Höhe von 17500 Euro.

Probleme seien ausschließlich in diesem Bereich aufgetreten, sagte Bürgermeister Christian Klein. Deshalb seien am Rest der Leitung keine Ausbesserungen vorgesehen.

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