Auftritt trotz Höllenangst: Poetry Slam mit jungen Autoren

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Club der Dichter: Beim 9. Poetry Slam traten acht junge Poeten an, die im Klimperkasten in Frankenberg mit eigenen Texten um die Gunst des Publikums wetteiferten. Unten links Moderator Christopher Ostrowski.

Frankenberg. Dominik Rinkart aus Marburg überzeugte das Publikum beim 9. Poetry Slam im Frankenberger Klimperkasten.

Er erhielt am Ende den meisten Applaus mit einem sozialkritischen Text über die Tücken des Journalismus, in dem es um Wahrheit, Täter und Opfer ging.

Der 22-jährige Germanistikstudent war einer von acht Künstlern, die im Irisch Pub beim Dichterwettstreit eigene Texte vortrugen und sich der Bewertung der Zuhörer stellten.

Edertalschul-Vorjahressieger Julius Engelbach belegte den zweiten Platz, nachdem er in der Gruppenphase mit seinem Text über Schönheitsideale und „Mindestattraktivitätsanforderungen“ zunächst die höchste Punktzahl erreicht hatte.

„Es ist nur ein Blatt Papier“ lautete der Titel seines Finalbeitrags über eine daneben gegangene Matheklausur in der „staatlich finanzierten Folterkammer“ Schule, mit dem er sich aber letztlich geschlagen geben musste.

„Jeder, der hier auftritt, hat eine Höllenangst. Deswegen wird jeder mit einem sehr kräftigen Applaus begrüßt“, sagte Moderator Christopher Ostrowski, als er die Poeten ankündigte.

Und es gehörte tatsächlich eine große Portion Mut dazu, vor Publikum einen selbstverfassten Text vorzutragen, in dem es nicht immer nur um amüsante Inhalte ging, sondern oftmals auch ureigene Gedanken oder Probleme preisgegeben wurden.

Bewertet wurden die höchstens sechsminütigen Beiträge mit Punktekarten, die zuvor an eine „unparteiische, unbestochene“ Jury verteilt worden waren. „Mit Applaus könnt ihr zum Ausdruck bringen, wie gut euch der Text gefallen hat“, sagte Ostrowski zum überwiegend jugendlichem Publikum.

Bevor die Dichter in der von „Glücksfee“ Tim Meiser gezogenen Reihenfolge auftraten, gab der Leiter der Theater-AG, Thorsten Jech, einen humorvollen Beitrag über einen ins Auge gefassten Umzug nach Düsseldorf zum Besten. „Ich habe die große Ehre, den 9. Slam zu eröffnen“, sagte der Lehrer der Edertalschule.

Von Susanna Battefeld 

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Quelle: HNA

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