Konzert und Ausstellung in Hainaer Klosterkirche

Augen, Ohren und Herzen geöffnet

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Während auf einer Leinwand vor dem Lettner die Bilder von Ursula Frohwein-Charissé gezeigt wurden, nahm der Chor „Dynamis“ mit Karl-Heinz Wenzel die dort angesprochene Thematik mit Chorwerken und Solostücken musikalisch auf.Fotos: Völker

Haina (Kloster) - Mit einem großformatigen Bilderzyklus der Marburger Künstlerin Ursula Frohwein-Charissé aus dem Leben der heiligen Elisabeth sowie musikalisch fein abgestimmten Antworten darauf durch den Chor "Dynamis" ging am Wochenende die Reihe "Konzerte im Kloster Haina" zu Ende. Das Publikum feierte Sänger und Künstlerin mit stehendem Applaus.

Während in den hohen Fenstern der gotischen Hainaer Klosterkirche das Licht der letzten Abendsonne spielte, sollten die Besucher „Augen, Ohren und Herzen öffnen“, wie es sich der in der Region tief verwurzelte Chor „Dynamis“ mit seinem Sprecher Ulrich Platt zu Beginn wünschte. „Wir sind stolz darauf, dass wir für unser gemeinsames Projekt die deutschlandweit bekannte Künstlerin Ursula Frohwein-Charissé gewinnen konnten.“

Mehr als 200 Besuchern, die an dieser Begegnung von Gesang und Gemälden mit geistlicher Thematik interessiert waren, wurden diese Kunstwerke während des Konzerts auch durch Projektionen auf einer Leinwand besonders in den Blick gerückt, Marga Arnold las dazu begleitende Texte.

Als thematische Klammer umfassten die Chorsätze „Elisabeth von Thüringen“, von dem im Konzert anwesenden Frankenberger Chorleiter und Komponisten Rainer Pecher zum Jubiläumsjahr 2007 geschrieben, den ersten Teil des Programms. Dabei zeigte der in allen Stimmen gut besetzte, von Karl-Heinz Wenzel mit hohem Anspruch ausgebildete Chor mit 36 Sängerinnen und Sängern das breite Spektrum seiner musikalischen Ausdrucksnuancen zwischen antiphonischem Messgesang des Francesco Soriano (1548-1621), dem behutsam ausdeutenden „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé (1902-1986) bis zu dem elegisch-meditativ interpretierten „And The Mother Did Weep“ aus dem „Stabat Mater“ des Karl Jenkins (geb. 1944).

Um Bilder von Engeln ging es im zweiten Konzertteil: Dynamis rückte unter anderem das bekannte „Panis angelicus“ Cesar Francks in der Bearbeitung von John Rutter in himmlische Sphären, ließ mit romantischer Empfindsamkeit Tschaikowskys „Engelstimmen im Lied erklingen“ und schloss mit einem anrührend-zuversichtlichen „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Die Bilder des Möricke-Gedichts „Wie heimlicher Weise ein Engelein leise“ in der Vertonung von Willy Sendt (1907-1952) malte Chorleiter Wenzel bei einem Soloauftritt der Frauenstimmen in besonderen Klangfarben aus.

Chordirektor Karl-Heinz Wenzel, aktiv in der Chorleiterausbildung und selbst ausgebildeter Tenor, stellt hohe Ansprüche nicht nur an die von ihm geleiteten und geförderten Chöre der Region, sondern bringt sich auch als Solist immer selbst mit ein: Sein Solo bei „Selig sind die Verfolgung leiden“ von Wilhelm Kienzl (1857-1941) gelang in meditativer Schönheit, und gemeinsam mit Tochter Alexandra verlieh er dem „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber (geb. 1948) eine alle Zuhörer anrührende Ausdruckskraft.

Sicher und aufmerksam begleitet wurden die Sänger während des Konzerts von Kantorin Beate Kötter an der Orgel und am Klavier. Ganz auf den Ton der Romantik des zweiten Konzertteils ausgerichtet war auch das Andante in D-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Variationen sie als Orgelsolo in fein abgestimmter Registrierung erklingen ließ. Beim Elisabeth-Lied „Wenn das Brot, das wir teilen“ war auch die große Zuhörergemeinde zum Mitsingen eingeladen.

Am Schluss gab es lang anhaltenden, stehenden Applaus für alle Mitwirkenden für ein alle Sinne ansprechendes Konzert, Blumen und Dank auch an die Künstlerin Ursula Frohwein-Charissé. Sie stand während der Vernissage in der Klosterkirche vor und nach dem Konzert den Betrachtern ihrer Werke als Ansprechpartnerin zur Verfügung. (vk)

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