Die Arbeitsplätze im Eisenwerk Hasenclever bleiben erhalten

Auf dem Auhammer wird wieder gelacht

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Die Auhammer-Geschäftsführer Friedrich W. Jörn (links) und Bernd Lepping vor dem neuen Logistik-Zentrum des Eisenwerks Hasenclever. Alle 700 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Ein breites Produktportfolio soll das Unternehmen vor den wirtschaftlichen Schwankungen der Automobilindustrie schützen.

Battenberg - Es bleibt dabei: Geschäftsführer Friedrich W. Jörn hat seine Zusage erneuert, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Allerdings war es noch vor wenigen Wochen kurz davor: „Der gesamte Betrieb befand sich in keinem guten Zustand“, sagte er. Die Mitarbeiter seien hoch motiviert, in diesem Jahr sollen schon wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

Über die früheren Geschäftsführer Thomas Martin und Dieter Koch will Friedrich W. Jörn keine Worte verlieren: Noch steht ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht an. Beide waren ebenso wie zwei Prokuristen freigestellt worden. „Wir sind offensichtlich getäuscht worden“, sagt er lediglich. Jörn blickt vielmehr nach vorne, will das Unternehmen wieder nach oben bringen - und er ist optimistisch. „Wir haben in relativ kurzer Zeit viel erreicht“, sagt Jörn, der vor Thomas Martin das Unternehmen 20 Jahre lang geleitet hat und nun gemeinsam mit Bernd Lepping erneut an der Spitze steht.

Arbeitsabläufe seien analysiert, Schwachstellen herausgefiltert worden. „Wir haben festgestellt, dass sich der Betrieb in keinem guten Zustand befand“, sagt Jörn. „Die Mitarbeiter waren zum Teil völlig demotiviert. Wir haben mit den Leuten geredet, um sie zu überzeugen, dass sie eine Chance hier haben.“

„Vertrauen gewonnen“

Das sei gelungen: Die Angestellten verzichten auf Teile des Urlaubs- und des Weihnachtsgelds. Ebenso wurde in Absprache mit der Belegschaft und der IG-Metall die 4,3-prozentige Tariferhöhung ausgesetzt. „82,5 Prozent haben zugestimmt“, sagt Jörn. Das war Voraussetzung, um Aussicht auf die Landesbürgschaft in Höhe von vier Millionen Euro zu haben. Zwei Millionen Euro waren dafür erforderlich. Die Sparkasse Battenberg und die Frankenberger Bank hätten dabei unbürokratisch unterstützt.

Auch die Gesellschafter haben Millionenbeträge zugeschossen. „Wir haben Vertrauen gewonnen bei Banken, Kunden und der Belegschaft“, erklärt Bernd Lepping. Betriebsbedingte Entlassungen seien weiterhin nicht geplant, betonte der neue, alte Geschäftsführer Jörn. „Das haben wir der Belegschaft versprochen.“ Derzeit hat der Auhammer 702 Beschäftigte, darunter 30 Auszubildende. Hinzu kommen 40 Leiharbeiter. Von den „dunklen Wolken“, die am Automarkt aufziehen, sei das Eisenwerk bislang nicht betroffen: Die Auftragsbücher seien voll.

Die unter der alten Geschäftsführung vorgesehene Beschränkung auf die Produktion von Turboladern wird nicht beibehalten. „Wir wollen unser Produktportfolio weiter ausbauen“, unter anderem werden Auspuffkrümmer und Zylinderköpfe in Battenberg hergestellt. Es seien keine Kunden abgesprungen: „Die haben weiter zum Unternehmen gestanden“, erklärt Jörn. Zum Teil seien verloren gegangene Aufträge zurückgeholt worden, ebenso ausgelagerte Arbeiten. Im April sei ein „sehr hoher Ausschuss“ produziert worden. „Wir haben die Qualität deutlich verbessert und die Metalllegierung umgestellt. Wir haben die Prozesse überarbeitet und dabei jede Menge Fehler entdeckt“, sagt der technische Geschäftsführer.

„Silberstreif ist erkennbar“

Jörn und Lepping sind zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht. „Der erste Silberstreifen ist ganz klar erkennbar“, sagt Friedrich W. Jörn. „Aber wir haben auch noch einen ganz steinigen Weg vor uns.“

Die Mitarbeiter hätten erkannt, dass es aufwärts geht. „Es wird wieder gelacht. Das ist ganz wichtig“, sagt Friedrich W. Jörn. 2013 soll der Auhammer wieder in ruhigem Fahrwasser schippern - ohne Einschnitte für die Mitarbeiter, mit einem guten Produktangebot und dauerhaft gesicherten Arbeitsplätzen. „Wir sind alle bereit, gemeinsam den Stellenwert zu vermitteln, den das Unternehmen früher stets hatte.“

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