Sommerfest der „Aktion für behinderte Menschen“ lockte fast 1000 Besucher an

Ausgrenzung bekämpfen

Korbballwerfen vom Rollstuhl aus: Bei dieser Station des SV Allendorf konnten sich die Besucher in die Lage von Menschen mit Behinderungen versetzen.

Allendorf-Eder. Das Sommerfest der „Aktion für behinderte Menschen“ in Allendorf-Eder war ein Besuchermagnet. Annähernd 1000 Besucher kamen am Sonntag in die Industriegemeinde und halfen mit, das Fest zu einem – auch in finanzieller Hinsicht – großen Erfolg werden zu lassen. Die Besucher ließen sich auch vom wolkenverhangenen Himmel und leichten Regengüssen nicht abhalten.

Ein dickes Lob zollte Bürgermeister Claus Junghenn der „Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg“ und ihrem Vorsitzenden, Oberst a. D. Jürgen Damm. Junghenn nannte die Arbeit des gemeinnützigen Vereins segensreich. Deshalb habe er sich gern bereiterklärt, mit seinen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und zahlreichen Vereinen das Sommerfest zugunsten der behinderten Menschen zu planen, zu organisieren und auszurichten. Ohne die aktive Mitarbeit von annähernd 20 örtlichen Vereinen und Gruppen wäre das aber nicht möglich gewesen.

Zu Beginn gab es einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Brunnenplatz. Für Musik sorgten die Posaunenchöre aus Allendorf und Haine und ein Mundharmonika-Chor aus Bürgeln, in dem der Allendorfer Heinz-Gerd Hedderich aktiv ist. Pastor Friedrich-Wilhelm Krämer von der Freien Evangelischen Gemeinde und Pfarrer Gerald Rohrmann von der evangelischen Gemeinde gestalteten den Gottesdienst gemeinsam.

Jesus als Vorbild

In seiner Festpredigt setzte sich Jürgen Damm leidenschaftlich für Integration und Inklusion von Migranten, Asylanten und Menschen mit Behinderung in allen Bereichen der Gesellschaft ein. Es sei geboten, Ausgrenzung zu bekämpfen, sagte Damm. Die Unterbringung von Behinderten in Heimen müsse auf den Prüfstand gestellt werden. Allen Skeptikern könne Jesus von Nazareth als Vorbild genannt werden, denn dieser habe sich stets mit Menschen am Rande der Gesellschaft, wie Zöllnern, Aussätzigen oder Prostituierten umgeben.

Auf einer Aktionsbühne und auf dem Brunnenplatz gab es allerlei Vorführungen. Akteure waren die Allendorfer Jagdhornbläser, der Battenberger Musikzug, der MGV Rennertehausen, die Line-Dance-Gruppe „Just for fun“, Kindergruppen der diversen Tagesstätten, eine Kindertanzgruppe aus Rennertehausen, Kampfsportler des SV Allendorf sowie die Voltigierer des Reit- und Fahrvereins.

Sportliche und kreative Angebote gab es auch in den angrenzenden Straßen. Nichtbehinderte saßen in einem Rollstuhl und übten Korbballwerfen. Eine Hindernisstrecke war von Rollstuhlfahrern zu meistern. Die freie evangelische Gemeinde hatte eine Spielstraße mit Stationen aufgebaut. Zur Besichtigung geöffnet waren die Werkstatt der Lebenshilfe, das Allendorfer Heimatmuseum und die Alte Kirche.

Der gesamte Erlös des Festes kommt der „Aktion für behinderte Menschen“ zugute.

Von Erwin Strieder

Quelle: HNA

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