Ahnenforschung in Röddenau: Australisches Ehepaar suchte Vorfahren

+
Auf der Spur des Zimmermeisters: Beverly und Barrie Yesberg entdeckten bei ihrem Rundgang durch Röddenau an mehreren Fachwerkhäusern die Inschriften von Johannes Jesberg, dessen Enkel nach Australien auswanderte. Es begleiteten sie (im Hintergrund von links) Pfarrerin Monika Dersch-Paulus, Christina Holzapfel und Sarah Bornscheuer.

Röddenau. Gespannt wanderten die Australier Barrie und Beverly Yesberg durch die Dorfstraßen von Röddenau, ihr Blick streifte über verwitterte Fachwerkbalken. Und dann entdeckten sie den Namen ihres Vorfahren in Holz geschnitzt.

„Der Zimmermeister war Johannes Jesberg“. Um 1800 baute er im Frankenberger Land viele Wohnhäuser und Scheunen, darunter die Fachwerkkirche von Ederbringhausen.

Auch im Heimatort Röddenau hinterließ er seine handwerkliche Signatur. „Ein seltsames, aber schönes Gefühl“, meinte der 61-jährige Barrie Yesberg. Mit hessischem Zwetschenkuchen und englischem Breakfast-Tea im evangelischen Gemeindesaal hatte für den Besuch aus Down Under der Tag begonnen.

Pfarrerin Monika Dersch-Paulus begrüßte zusammen mit Vertreterinnen des Röddenauer Kirchenvorstands die Gäste, mit denen sie bereits vor Wochen per eMail erstmals Kontakt hatte.

Dann stellte sich heraus, dass der Yesberg-Nachfahre ein Berufskollege von ihr ist: Barrie arbeitet seit 23 Jahren als Militärgeistlicher bei der australischen Marine. Er kam mit seiner Frau vorbereitet, den fast kompletten Familien-Stammbaum im Gepäck, nach Deutschland. Nachdem sein Großvater vor einigen Jahren verstorben war, wurde sein Interesse an Familiengeschichte geweckt. „Wie waren die Verhältnisse in Röddenau im 19. Jahrhundert, als dort mein Ur-Ur-Großvater nach Australien auswanderte?“ fragte er. Die Röddenauer Gastgeber berichteten ihm von Armut, Hungersnöten und Erbteilung in den 1850er-Jahren, zeigten Bilder aus Friedhelm Dippels Dorfchronik.

Mehr zur Geschichte der Vorfahren lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare