Rauschenberg

Autodieb muss drei Jahre ins Gefängnis

- Rauschenberg (r).Von einer Scheune in Rauschenberg aus operierte eine Bande von Autodieben und stahl innerhalb von vier Monaten Autos im Gesamtwert von über 400 000 Euro. Zwei der drei Männer wurden in Marburg verurteilt.

Insgesamt zehn Autos soll die Diebesbande erbeutet haben. Hauptsächlich wurden Geländewagen eines japanischen Herstellers gestohlen, die nach Osteuropa weiterverkauft werden sollten.

In einer Scheune bei Rauschenberg wurden die gestohlenen Autos aufbereitet, die der aus Osteuropa stammende Haupttäter, dessen Verfahren noch läuft, nach eigener Aussage zumeist bei Autohäusern in der ganzen Republik aber auch bei Privatpersonen stahl. Sein Komplize, ein 46-jähriger Osteuropäer, veränderte die Fahrgestellnummern und tauschte die Kennzeichen der Fahrzeuge aus, die dann von Kurierfahrern abgeholt wurden. Allerdings konnte die Polizei bei der Durchsuchung des Geländes in Rauschenberg im Februar dieses Jahres sieben der zehn gestohlenen Fahrzeuge sicherstellen.

Der Dritte im Bunde, ein 30-jähriger Marburger, der die Scheune gemietet hatte, war nach eigener Aussage eher zufällig in die Sache geraten: Er hätte gelegentlich Autos für einen der beiden repariert. Dieser habe den gelernten Lkw-Schlosser dann gefragt, ob er ein Auto bei ihm abstellen dürfe. Als dann ein zweites und ein drittes hinzugekommen seien, habe er gefragt, woher dieAutos stammten. Daraufhinhätten ihn die beiden ins Vertrauen gezogen und ihm eine Entlohnung von 500 bis 800 Euro für jedes Auto versprochen, das sie bei ihm zwischenlagerten. Bis auf dass er das Gelände zur Verfügung gestellt hatte, sei er aber nicht an den Diebstählen beteiligt gewesen.

Die beiden anderen Angeklagten wollten zunächst keine Angaben machen. Nach langen Rechtsgesprächen mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft aber gestanden beide die Diebstähle im Austausch gegen die Zusage eines niedrigeren Strafmaßes.In seinem Urteil blieb Richter Paul nah an den Anträgen des Staatsanwaltes. Der Mechaniker der Gruppe erhielt wegen Urkundenfälschung und schwerem Bandendiebstahl eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten und wird nach Verbüßung der Strafe in sein Heimatland abgeschoben.

Der Marburger, der den Männern die Scheune zur Verfügung gestellt hatte, kam noch einmal glimpflich davon: Da er von Anfang an geständig war, Familienvater ist, eine Arbeitsstelle hat und nicht vorbestraft war, bekam er eine dreijährige Bewährungsstrafe und die Auflage, 90 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu leisten. „Ich verspreche, nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Die drei Monate in Untersuchungshaft waren die schlimmste Zeit meines Lebens“, sagte er zum Abschluss der Verhandlung.

Der Haupttäter, der die Diebstähle beging und auch die Kontakte zu potenziellen Abnehmern hatte, wird aber noch eine Weile auf sein Urteil warten müssen. Da die Staatsanwaltschaft sich aus seinem Geständnis weitere Ermittlungserfolge erhofft, wurde sein Prozess aus dem Verfahren ausgegliedert und wird am 26. Oktober fortgesetzt.

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