James-Bond-Auto in Frankenberg

Autohaus Beil erweitert um Land Rover

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Auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt unterzeichneten (von links) Markus und Elfriede sowie Günter Beil (rechts) und der Geschäftsführer von Jaguar Land Rover Deutschland, Peter Modelhart, den Händlervertrag. Foto: pr

Frankenberg - In der Ende der 60er Jahre gesendeten US-Serie Daktari fuhr Tierarzt Tracy mit einem Defender durch Afrika. Den neuen Range Rover Sport bewirbt kein geringerer als James Bond: Ab Januar sind beide Modelle auch in Frankenberg erhältlich. Das Autohaus Beil erweitert um die Marke Land Rover.

Wachstum ist endlich. Vor allem in der Automobilbranche. Deutschlandweit besitzt Renault einen Marktanteil von 3,31 Prozent, Dacia kommt auf 1,57 Prozent. „Unser Anteil in Waldeck-Frankenberg ist sogar noch größer“, sagt Günter Beil vom gleichnamigen Autohaus. Und zwar mehr als doppelt so groß: insgesamt kommt Beil mit Renault und Dacia auf einen Marktanteil von fast elf Prozent. Doch weiteres Wachstum sei kaum möglich.

Auf der anderen Seite hat der Hersteller alle Händler aufgefordert, „die neuen CI-Vorgaben umzusetzen“, berichtet Markus Beil. Erwartet wird ein einheitliches Erscheinungsbild von der Fliese bis zur Beleuchtung. Ein deutlich sechsstelliger Betrag müsse in dieses „Design“ investiert werden, um die Vorstellungen von Renault zu erfüllen.

Einerseits wachsen wollen, andererseits investieren müssen: Beide Aspekte führten schließlich 2012 bei den Geschäftsführern Elfriede, Günter und Markus Beil zu dem Entschluss, das Autohaus um ein weiteres Fabrikat zu erweitern. Zum 1. Dezember wird Beil Vertragshändler von Land Rover, der englischen Traditionsmarke, die inzwischen mit Jaguar zur indischen Tata-Gruppe gehört.

Vorausgegangen sind fast zehnmonatige Verhandlungen, die am 12. September bei der Automobilmesse IAA in Frankfurt mit der Vertragsunterzeichnung „erfolgreich abgeschlossen wurden“, erläutert Markus Beil. „Es war schnell klar, dass die Chemie zwischen beiden Unternehmen und den Verantwortlichen von Land Rover und unserem Haus stimmt.“

Die Entscheidung für Land Rover sei das Ergebnis einer intensiven Marktanalyse, sagt Beil. „Wo sind wir zu schwach aufgestellt?“ Diese Frage sei geprüft worden, berichtet Beil junior. Das Resultat: bei den so genannten Sport Utility Vehicles, also den alltagstauglichen Geländewagen. „Mit unserer Kernmarke Renault können wir diese Nachfrage aber nur im geringen Maß abdecken.“ Der größte SUV aus dem Hause Renault ist der Koleos. Vor allem die deutschen Hersteller haben viel mehr zu bieten in dem „Wachstumssegment“. Im Kreis liegt der SUV-Marktanteil bei 18 Prozent und damit über dem Bundesschnitt, „mit steigender Tendenz“, betont Günter Beil.

In Land Rover sieht er deshalb die ideale Ergänzung, „um alle Kundenwünsche bedienen zu können“. Denn auch in der starken Konkurrenz in diesem Marktsegment schlägt sich Land Rover derzeit gut, „sie haben steigende Zahlen“ mit einer breiten Modellpalette: vom Defender bis zum Range Rover im oberen Premiumbereich, „von 23000 bis über 100000 Euro Anschaffungspreis“.

Mit dem weiteren Fabrikat „sehen wir uns für die Zukunft in jeder Hinsicht gut abgesichert“, skizziert Markus Beil die vier Felder: Dacia „für die Kunden, die wenig für ein Auto ausgeben möchten“, daneben „unsere Kernmarke Renault inklusive der kompletten Transporterflotte“. Als dritter Geschäftsbereich die Elektrofahrzeuge. „Und künftig mit den SUV-Fahrzeugen für die Kunden im Premiumbereich“. Je nachdem, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zukunft ändern würden, verfüge das Autohaus Beil über geeignete Modelle. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Markus Beil.

Die neuen Geländewagen werden ab Januar in der bisherigen Renault-Halle ausgestellt, die nach der Anforderung des Herstellers modernisiert wird. Am Dienstag hat zudem ein aufwendiger Umbau begonnen, der bereits Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Die Hofüberdachung wird komplett verglast und nach den Vorstellungen des französischen Herstellers ausgestattet. Eine Besonderheit: eine neun Meter hohe Glasfront zur Siegener Straße. Die Planung verantworten zwei heimische Architekten.

Parallel zu diesen Arbeiten werden die Mitarbeiter auf die neuen Modelle geschult, für alle Fabrikate würden neue Mitarbeiter gesucht: sowohl für den Verkauf als auch die Werkstatt. Der normale Geschäftsbetrieb soll unterdessen ohne Beeinträchtigung weitergehen, und auch für die Reifen-Umrüstzeit schließt Günter Beil Probleme aus. „Der Umbau wird für die Kunden reibungslos verlaufen.“

„Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen“, sagt Markus Beil. Und auf neue Kunden – aus einem großen Gebiet. Die nächstgelegenen Land Rover-Händler sind in Kassel und Frankfurt. Das vertraglich vereinbarte Gebiet reicht von Nord-Waldeck bis hinter Marburg und von Olsberg im Westen bis Stadtallendorf im Osten. „Es ist spannend, Fahrzeuge in diesem breiten Preissegment anbieten zu können“, sagt Markus Beil.

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