Frankenberg

Autohaus Menkel stellt Insolvenzantrag

- Frankenberg (rou). Das traditionsreiche Autohaus Menkel in der Röddenauer Straße ist insolvent. In der vergangenen Woche wurde beim Gericht in Marburg ein entsprechender Antrag gestellt. „Aber es wird weitergehen“, stellte Insolvenzverwalterin Gudrun Pierson aus Marburg klar.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich die Rechtsanwältin aus der Universitätsstadt auf FZ-Anfrage optimistisch geäußert, dass die Insolvenz nicht zum Ende der Firmengeschichte des Skoda-Autohauses führen wird. Die vom Marburger Amtsgericht zur vorläufigen Verwalterin bestellte Rechtsanwältin verschaffte sich daraufhin einen genaueren Überblick über das Unternehmen und die Bilanzen, und sie habe sich in ihrem ersten Eindruck bestärkt gefühlt. „Es wird weitergehen“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung.

Binnen der nächsten zwei Monate ist es ihrer Einschätzung nach möglich, eine Nachfolgeregelung zu erarbeiten. Bis vergangene Woche wurden die Geschäfte von Dietmar Schreiber geführt. „Es sind Interessenten vorhanden“, sagte Pierson. Die zehn Mitarbeiter müssen sich somit keine Sorgen machen. Sowohl einen Monat rückwirkend als auch in den nächsten beiden Monaten sei der Lohn gesichert. Die Angestellten erhalten Insolvenzgeld. Sehr sicher ist sich Pierson über die Gründe, die zur vorläufigen Zahlungsunfähigkeit geführt haben. Sicherlich seien auch kleinere Fehler von der Geschäftsführung gemacht worden, sagte sie.

Hauptsächlich sei die finanzielle Schieflage aber mit den Folgen der Abwrackprämie zu erklären. Viele Kunden hätten ihren Gebrauchten in Zahlung gegeben und sich für einen Neuwagen der Marke Skoda entschieden. „Es hat danach keinen Markt mehr für Gebrauchte gegeben“, verwies sie auf das Problem, mit dem viele Autohäuser zu kämpfen hatten und bis heute haben. Zum Teil hätten gebrauchte Modelle 200 bis 300 Tage auf dem Gelände des Autohauses gestanden, bis sich ein Käufer gefunden hätte. Dieses gebundene Kapital fehlte für den Geschäftsbetrieb, denn eigentlich sei das Autohaus „ordentlich geführt“ worden.

Da der Insolvenzantrag fristgerecht gestellt worden sei und das Autohaus Menkel zudem von einem Frankenberger Anwalt gut beraten werde, sieht sie der Zukunft optimistisch entgegen. „Die Marke ist gut, passt ins Gebiet und hat gute Marktchancen.“ Für die Kunden ändere sich durch den Insolvenzantrag nichts, stellt die Insolvenzverwalterin klar. „Der Werkstattbetrieb läuft normal weiter“, erläuterte Gudrun Pierson. Und auch Neuwagen oder Gebrauchte seien wie gehabt im Autohaus Menkel zu erwerben.

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