Grüsener Konfirmanden sammeln für Erntedank

Back-Aroma und Remoulade

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Ganz schön schwer: Celina Stuhlmann, Paul Gießing, Aaron Möbus und Katharina Siebert (v.l.) sammelten in Grüsen Lebensmittelspenden für das Erntedankfest am Sonntag.Fotos: Marco Steber

Gemünden-Grüsen - Am Sonntag wird in vielen Kirchengemeinden das Erntedankfest gefeiert. Ein Fest bei dem es darum geht, Dankbarkeit für die Gaben der Ernte zu zeigen. In Grüsen lassen die Konfirmanden anlässlich des Erntedank-Tages eine alte Tradition wieder aufleben.

Wenn Jugendliche mit dem Bollerwagen umher ziehen, ist das meistens mit Feiertagen wie Himmelfahrt oder dem Ersten Mai verbunden. In Grüsen sieht das anders aus: Die Konfirmanden Celina Stuhlmann, Paul Gießing, Aaron Möbus und Katharina Siebert zogen mit ihren beiden Bollerwagen für einen guten Zweck durch den Gemündener Stadtteil, um Lebensmittel für das Erntedankfest zu sammeln. Rund 35 Häuser hatten die Vier bis zum Dienstagnachmittag „abgeklappert“ und da lag noch ein ganzes Stück vor ihnen. Die Bollerwagen waren bereits gut gefüllt, sodass die Konfirmanden einen Zwischenstopp im Gemeindehaus einlegen mussten, um Platz im Wagen zu schaffen und sich das Ziehen etwas zu erleichtern.

Aber nicht nur in Grüsen machten sich Konfirmanden auf den Weg. In allen Orten des Kirchspiels - zu dem Ellnrode, Herbelhausen, Lehnhausen, Grüsen, Oberholzhausen, Bockendorf, Halgehausen, Römershausen, Mohnhausen und Sehlen gehören - waren sie im Einsatz. Der Gedanke dahinter: Eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, denn schon früher zogen die Konfirmanden durch die jeweiligen Ortschaften. Damals sammelten sie die Lebensmittel allerdings nicht für die Kirchengemeinde. Am Erntedank-Tag wurden die Erzeugnisse zunächst auf dem Altar in der Kirche präsentiert. Im Anschluss gingen sie als Spende an das Diakonissen-Mutterhaus.

Heute stellt sich das etwas anders dar. Das, was die Konfirmanden sammeln, bleibt in den jeweiligen Ortschaften. Daraus zaubern Gemeindemitglieder leckere Gerichte für das Essen nach dem Erntedankgottesdienst. Celina, Paul, Aaron und Katharina gingen davon aus, dass sehr viele Kartoffeln zusammenkommen, doch am Ende seien es weniger als erwartet gewesen, sagte Aaron. Dennoch stehen für Sonntag beispielsweise Kartoffelecken auf dem Speiseplan. Da kommen die Geldspenden ins Spiel, die einige Grüsener anstatt der Lebensmittel gegeben haben. „Damit sollen die fehlenden Zutaten gekauft werden“, sagte Paul. Der Restbetrag werde dann gespendet.

Viele hätten sich schon auf den Rundgang vorbereitet, berichtete Aaron, aber andere waren doch etwas überrascht und mussten erst mal suchen. Neben Kürbissen, Rotkohl, Zucker oder Salz fand daher auch das eine oder andere skurrile Stück den Weg in den Bollerwagen: Wie zum Beispiel Back-Aromen oder Remoulade. Daher können auch nicht alle Spenden für den großen Schmaus am Sonntag verwendet werden. Diese sollen dann ebenfalls gespendet werden. Im Grüsener Gemeindehaus werden die Waren gesammelt und unter den Orten getauscht, denn überall bereiten die Gemeindemitglieder ganz unterschiedliche Gerichte zu: In Mohnhausen soll es am Sonntag Kürbissuppe geben und in Römershausen steht eine Karottensuppe auf dem Speiseplan.

Bei Aaron, Paul, Katharina und Celina kommt die Aktion gut an: „Ich finde es toll, dass dann auch mal was anderes an die Kirche gespendet wird als Geld“, sagte Paul. Sie alle hoffen, dass die Aktion im nächsten Jahr wiederholt wird.

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