Haina/Löhlbach

Backhaus: "Gemeinde würde einen Schulstandort opfern"

- Haina/Löhlbach (apa). Die Gemeinde Haina will sich mit allen Mitteln wehren, falls das Staatliche Schulamt Kinder aus Löhlbach in Frankenau unterrichten lassen würde.

In einer nichtöffentlichen Sitzung hat Bürgermeister Rudolf Backhaus am Donnerstagabend rund 60 Mandatsträger aus Gemeindevorstand, Gemeindevertretung und den Ortsbeiräten der Großgemeinde Haina über die Situation der beiden Grundschulen informiert. Das klare Ergebnis des Abends ist nach Angaben des Bürgermeisters die Aussage, dass sich die Gemeinde in jedem Fall mit allen Mitteln wehren werde, falls das Staatliche Schulamt in Fritzlar Löhlbacher Schüler in die Frankenauer Kellerwaldschule schickt. Für 12 von 13 angehende Erstklässler aus Löhlbach liegen beim Schulamt in Fritzlar Gestattungsanträge vor. Darin bitten die Eltern um die Erlaubnis, ihre Kinder statt in die Grundschulen in Haina oder Frankenau schicken zu dürfen. Die Eltern kritisieren die Unterrichtsqualität in Löhlbach durch zu wenig Personal (FZ berichtete). Dieses Problem werde beim Schulamt ernst genommen, deshalb seien Zusagen für die Gestattungsanträge naheliegend, sagte Backhaus auf Nachfrage der FZ. Er betonte, dass der Umgang mit den betroffenen Eltern fair und offen sei.

In der Besprechung der Hainaer Mandatsträger machte der Bürgermeister die Folgen für die Grundschulen im Gemeindegebiet deutlich, falls die Erstklässler nach Frankenau gehen dürften. Als erste Konsequenz müssten auch die Zweitklässler nach Frankenau wechseln, da der Jahrgang bisher übergreifend unterrichtet wird und es nicht ausreichend Zweitklässler für eine eigene Klasse gibt. Wenn die beiden ersten Jahrgänge fehlen, verbleibt in Löhlbach nur die ebenfalls übergreifende Klasse mit Dritt- und Viertklässlern. Für eine Klasse werde aber keine Schule erhalten, betonte Backhaus. „Dann wäre die Löhlbacher Schule sehr schnell zu“.

Hinzu kommt eine weitere Folge: Wenn die Löhlbacher Kinder nach Frankenau wechselten, fehlt langfristig auch das Potential für den Erhalt der Hainaer Schule. Von diesen Konsequenzen seien viele Anwesende entsetzt gewesen, berichtete der Bürgermeister.

Die Mandatsträger fordern in erster Linie, dass der Schulentwicklungsplan eingehalten wird. Dieser sieht in jeder Großgemeinde mindestens eine Grundschule vor. „Dafür ist die Gemeinde Haina sogar bereit, eine Grundschule zu opfern“, betont Backhaus. Zunächst sollen die Ortsbeiräte über die Situation beraten und eine einhellige Meinung formuliert werden. „Aber wenn das Schulamt dem Wechsel nach Frankenau zustimmt, werden wir ganz massiv dagegen vorgehen“, betont Rudolf Backhaus.

Kommentare