Frankenberg

„Backstrikers“ um Matthze Maurer geben ihren wohl letzten Auftritt im „Havanna“

+

- Frankenberg (jos). Druckvoller Rock, unkonventionell interpretierte Oldies und wundervolle Balladen: Die „Backstrikers“ um Sänger Matthze Maurer begeisterten am Samstag im „Havanna“.

Wie ein Lauffeuer hat sich am Samstag die Nachricht verbreitet, dass Torsten Laege zum Jahresende das „Havanna“ dichtmacht (FZ berichtete). Kein Wunder, dass es am Abend auch für die meisten Besucher der Musikkneipe nur dieses eine Thema gibt. Angeblich sind sogar Gäste bis aus Starnberg nach Frankenberg angereist, um Matthze Maurer und Co. noch einmal live auf der Havanna-Bühne zu erleben.

Sie lassen es krachen

Doch von all dieser Wehmut, mit der in den nächsten Wochen wohl noch viele Hundert Menschen das Havanna besuchen werden, lassen sich die Musiker am Samstag zum Glück nichts anmerken. Sie lassen es ganz in Laeges Sinn „noch einmal richtig krachen“.

Ob als Marius Müller-Westernhagen, Mick Jagger oder Leonard Cohen: Sänger Matthze Maurer beweist in allen Rollen Stilsicherheit. Mit Titeln wie „Mit 18“, „Sympathy for the Devil“ oder „Hallelujah“ begeistert der Frontmann das Publikum. Im Rücken hat er dabei eine Band, die ohne Frage auf professionellem Niveau spielt. Für mehr als die Hälfte der „Backstrikers“ ist die Musik mittlerweile auch der Beruf: Eugen Wiedemann studiert die Gitarre in Osnabrück, sein Kollege Michael Zilcher hat seine Künste auf diesem Instrument in den USA professionalisiert und Keyboarder Jochen „Klumpi“ Lehnert arbeitet hauptberuflich als Komponist und Arrangeur.

Nicht weniger versiert an ihren Instrumenten sind die beiden Hobby-Musiker Kai Wagner (Bass) und Tobi Koch (Schlagzeug). Gerade dieser zweiköpfigen Rhythmusgruppe ist anzumerken, wie gut sie aufeinander eingespielt ist. Wagner und Koch spielen seit vielen Jahren gemeinsam in verschiedenen Bands, unter anderem mit dem Blues-Rock-Trio „Tabacs“.

Präzise wie ein Uhrwerk

Auch wenn die „Backstrikers“ nicht gerade jede Woche zusammen proben und auch nur unregelmäßig Auftritte spielen, greift bei der Band ein Zahnrad ins andere. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk in ihrem Spiel erzeugen die Musiker als Band den Groove, der die Zuhörer in Tanzlaune versetzt – wenngleich sich das Publikum im Havanna zunächst ziert, sich in Richtung Bühne zu bewegen.

Die Stückauswahl ist vor allem Sänger Matthze Maurer wie auf den Leib geschrieben. Nicht fehlen darf die erfrischend unkonventionelle „Backstrikers“-Version von „Devil in disguise“ mit Reggae-Strophen und Punkrock-Refrain. Weitere gelungene Klassiker des Abends sind B.B. Kings „Thrill is gone“ und eine rockige Version von „Heartbreak Hotel“. John Lennons „Imagine“ beschert dem Publikum Gänsehaut-Momente, die nur noch die letzte Zugabe des Abends toppt: Den Titel „My Way“ widmet die Band dem Havanna-Wirt. In einer emotionalen Ansprache bedankt sich Matthze Maurer für 20 Jahre „Havanna Live-Club“, der 16 Jahre lang von Torsten Laege durch Höhen und Tiefen geführt wurde. Bei dem Sinatra-Klassiker schwenken die Gäste Feuerzeuge und Kerzen durch die Luft, die ein oder andere Träne kullert die Wangen hinunter.

Elvis Bono Maurer

Zugleich Überraschungsmoment und gesanglicher Höhepunkt des Abends ist allerdings der Titel „One“ von der Band „U2“. Bis Samstag galt Maurer als der „Frankenberger Elvis“ – auch wenn er diese Adelung überhaupt nicht mag. Nach dem jüngsten Auftritt im Havanna möchte man dem Blues-Fan den Mittelnamen Bono verpassen und sich mehr Songs von „U2“ im Programm der „Backstrikers“ wünschen.

Kommentare