Asklepios-Stadtklinik

Patient rastet aus: Sechs Klinikmitarbeiter schwer verletzt

Bad Wildungen. Ein psychisch erkrankter Patient ist am frühen Dienstagmorgen in der Bad Wildunger Asklepios-Stadtklinik völlig ausgerastet, hat sechs Mitarbeiter attackiert und schwer verletzt sowie beim Randalieren einen Schaden in fünfstelliger Höhe verursacht.

Der 22-Jährige sprang anschließend aus einem Fenster im zweiten Stock und wurde schwer verletzt.

„Das hat es in dieser Form und in diesem Ausmaß noch nicht gegeben“, sagte am Dienstag Notarzt und Asklepios-Mediziner Dr. Christian Wöhner. Er hatte in der Nacht Notarzt-Dienst in der Badestadt und war gemeinsam mit einer Rettungswagen-Besatzung zu einem chirurgischen Notfall in die Klinik gerufen worden. Beim Eintreffen war der durch den Sprung aus etwa acht Metern Höhe unter anderem am Rücken verletzte Patient noch immer äußerst aggressiv. Er griff weiterhin Klinikpersonal und auch hinzu gerufene Polizisten an.

Der in Bad Wildungen wohnende Mann wurde schließlich von Polizisten auf der Krankentrage fixiert und von Rettungskräften zur medizinischen Behandlung in eine Klinik nach Kassel eingeliefert.

Angebliche Armschmerzen

Das, was zuvor in der Klinik passiert war, gleicht einem absoluten Horror-Szenario und wird die traumatisierten Betroffenen wohl noch lange begleiten - die fünf jungen Frauen und ein Mann haben nicht nur schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen erlitten, sondern werden nach Einschätzung Wöhners vor allem mit den psychischen Folgen der Attacke zu kämpfen haben. Und dabei deutete zunächst nichts auf einen solchen Angriff hin: Der 22-Jährige war nämlich am Abend gegen 21.30 Uhr von der Besatzung eines von ihm selbst gerufenen Rettungswagens in die Klinik gebracht worden, weil der junge Mann nach eigenen Angaben Schmerzen an einem Arm hatte.

Mann litt unter Psychose

Bei der Aufnahme stellte sich jedoch nach Asklepios-Angaben heraus, dass der Patient gar keine körperlichen Beschwerden hatte; vielmehr litt er unter einer Psychose, weshalb der Wildunger über Nacht in der Inneren Station im zweiten Stock aufgenommen werden sollte. Dort rastete er um 3 Uhr früh völlig aus.

„Nicht mehr Herr seiner Sinne“

Der 22-Jährige schlug zunächst, auch mit Gegenständen, auf zwei Mitarbeiter der Inneren Abteilung ein, fügte ihnen schwere und teils stark blutende Verletzungen zu. Die Mitarbeiterin der Aufnahme im Erdgeschoss, die zufällig in diesem Moment die Station betrat, wurde ebenfalls angegriffen und verletzt.

Die Attackierten verschanzten sich und suchten Schutz vor dem außer Kontrolle geratenen Patienten. Am schwersten traf es Augenblicke später eine junge Assistenzärztin (25), die auf die Station eilte und dem wild um sich schlagenden Mann genau in die Arme lief: Mit einem zwei Meter langen Stück Holz, das er aus der Verkleidung eines Stationstresen gerissen hatte, schlug der 22-Jährige mehrfach auf die junge Medizinerin ein - ins Gesicht, auf den Kopf und in den Nacken. Die Ärztin erlitt zudem Verletzungen an den Armen, als sie die Schläge abzuwehren versuchte. Vom Lärm und den Schreien aufgeschreckt, kamen zwei weitere Mitarbeiter einer anderen Station hinzu, und auch sie bekamen die volle Wucht der Aggressionen schmerzhaft zu spüren. „Der Mann war nicht mehr Herr seiner Sinne“, erklärte der Notarzt, der von Verfolgungswahn des 22-Jährigen sprach. Der ausgerastete Patient habe in seinem Zustand mehrere Computer- und medizinische Überwachungsmonitore zu Boden gerissen sowie diverse weitere Gegenstände zerstört.

Zum Glück für das Personal habe der junge Mann dann dem massiven Übergriff selbst ein Ende gesetzt und sei aus dem Fenster aus dem zweiten Stock in die Tiefe gesprungen.

Für den 22-Jährigen wird der Fall polizeiliche Ermittlungen nach sich ziehen. So stehen unter anderem Vorwürfe wie gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im Raum.

112-magazin.de

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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