Frankenberg

Bäckerei Stremme: Insolvenzantrag

- Frankenberg (jos). Ein Gläubiger hat den Insolvenzantrag gestellt. Auf Anordnung des Marburger Amtsgerichts hat Anwalt Hartmut Mitze die Verwaltung des Vermögens von Bäckermeister Georg Stremme übernommen.

Derzeit sei noch nicht abzuschätzen, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, erklärte Sabine Bonk von der Kanzlei Mitze auf FZ-Nachfrage. Der vorläufige Insolvenzverwalter sei damit befasst, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu verschaffen. Man bemühe sich mit diversen Beteiligten, die Aufrechterhaltung des Bäckereibetriebs zu organisieren, heißt es in einer Erklärung der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Kanzlei aus Frankenberg. Vorerst laufe der Bäckereibetrieb auf jeden Fall weiter.

Die Bäckerei Stremme ist an der Ecke Schmiedegasse/Ritterstraße beheimatet – und das seit mehr als 60 Jahren. Senior-Chef Georg Stremme ist Obermeister der Bäcker-Innung im Landkreis. Er und sein Sohn Stefan stehen in der Backstube, die schon immer fest im Familienbesitz war. Nur einmal in der Firmengeschichte war zudem noch ein Geselle beschäftigt bei Stremmes, wo Vater, Mutter und Sohn einen echten Familienbetrieb führen.

Wie es mit der Bäckerei nun weitergeht, ist offen. „Es versteht sich von selbst, dass jedwedes Sanierungsbemühen das Vertrauen der Lieferanten und die Unterstützung seitens der Kundschaft voraussetzt“, erklärt die Kanzlei des vorläufiges Insolvenzverwalters Hartmut Mitze. Der sei bestens über die Marktsituation im Bäckereigewerbe unterrichtet, heißt es weiter. Aktuell habe Mitze ein solches Unternehmen saniert und auf einen anderen Rechtsträger übertragen.

Kunden entscheiden

Laut Mitteilung der Kanzlei Mitze ist die Zahl der Bäckereien seit den 50er-Jahren von 55 000 Betrieben in den alten Bundesländern auf weniger als 16 000 Betriebe in der gesamten Bundesrepublik zurückgegangen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, bräuchten Bäckereien heutzutage meist eine zentrale Produktionsstätte und mehrere Filialen. Zudem stagniere das Standardsortiment um Brot und Brötchen, Zuwächse gebe es indes im „Snackbereich“. „Als ausschlaggebend für den Erfolg wird hier nicht nur die Qualität des Snackangebots, sondern auch die angebotene Erlebnisatmosphäre erachtet“, erklärt die Kanzlei Mitze. Letztlich entscheide „König Kunde“ über das Schicksal seines Bäckers.

Kommentare