Helfer aus Plüsch für kleine Patienten

Ein Bärchen ist oft besser als Medizin

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Die beiden Rettungsassistenten Maria Sieber und Christian Neuhaus haben der achtjährigen Angelina Kuhn ein Trösterbärchen geschenkt. Die Sparkasse Waldeck-Frankenberg hat die kleinen Teddys gespendet. Darüber freuen sich (hinten von links) Angelinas Mama Nicole mit Töchterchen Lorena, Manuela Böhm, Rettungsdienst-Sachbearbeiterin des Landkreises, der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf, der ärztliche Rettungsdienst-Leiter Dr. Rudolf Alexi und Eberhard Lamm von der Sparkasse.Foto: Adel

Frankenberg - Flauschig-weich und kuschelig sind sie, die kleinen Teddys: Auf jedem Rettungswagen im Landkreis sind nicht nur Rettungsassistenten stationiert, sondern auch die Trösterbärchen. Wenn die Helfer zu Einsätzen mit Kindern ausrücken, sind die Plüschtiere zu unverzichtbaren Helfern geworden.

Ein Unfall ist schnell passiert. Kaum jemand weiß das besser als Angelina Kuhn: als die Achtjährige ein Schlafsofa aufbauen will, knallt ihr der Stahlrahmen auf einen Zeh. Die junge Rengershäuserin weint bitterlich, ihre Eltern wählen den Notruf. Als Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus und Rettungsassistentin Maria Sieber wenig später eintreffen, haben sie nicht nur einen Rettungswagen voll mit medizinischer Ausrüstung dabei, sondern einen weiteren wichtigen Helfer: Das Trösterbärchen hilft Angelina über den ersten Schmerz und baut Vertrauen zwischen den Rettern und der kleinen Patientin auf. Auf dem Weg ins Krankenhaus sind die ersten Tränen schon getrocknet, auch dank des kleinen Teddys.

Die Sparkasse Waldeck-Frankenberg hatte im vergangenen Jahr erstmals 500 der Trösterbärchen für alle fünf Rettungsdienste im Landkreis gespendet. An etwa zwei Prozent der jährlich 30?000 Rettungsdienst-Einsätze im Kreis seien Kinder direkt als Patienten beteiligt, berichtete der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Waldeck-Frankenberg, Dr. Rudolf Alexi. Meist gilt es, kleinen Patienten die Angst zu nehmen und sie von Schmerzen abzulenken.

In der Frankenberger DRK-Rettungswache übergaben Eberhard Lamm und Karl-Heinz Göbel von der Sparkasse am Donnerstag weitere Kartons mit Plüschteddys. Mit dabei: Angelina, ihr Trösterbärchen, Schwester Lorena und Mutter Nicole. Doch nicht nur wenn die Kindern direkt als Patienten betroffen sind, helfen die Trösterbärchen. Kinder sind oft auch dabei, wenn die Retter zu Eltern und Großeltern kommen.

Zu den Fremden in ihren leuchtend orangen Uniformen herrsche dann erst mal „eine gewisse Distanz“, sagt Alexi. Die Plüschtiere würden helfen, Kontakt zu den Kindern aufzubauen und dienten „mindestens als positives Placebo“. Die kleinen Bären würden die Arbeit der Retter erleichtern, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf. Die Bären bieten Gelegenheit zum Anschmiegen. Außerdem geben sie den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat im sonst so sterilen und „kalten“ Rettungswagen.

Früher hatten die Retter vom Frankenberger DRK gespendete Kuscheltiere desinfiziert und weiter verschenkt – eine Notlösung, berichtete Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus: Zum einen waren die Plüschtiere teils alt und wenig tröstend, außerdem ist Teddy nicht gleich Teddy: Die von der Sparkasse gespendeten Figuren sind schadstofffrei und haben Sicherheitsaugen, die nicht abgeknubbelt und verschluckt werden können.

Eberhard Lamm, Geschäftsbereichsdirektor der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, verwies auf die „nachhaltige Bedeutung“ der Spende. „Diese Teddys gehören zur kindgerechten Erstversorgung.“ Angelina geht es übrigens längst wieder gut: Der Zeh war zum Glück nicht gebrochen. Das Trösterbärchen passt seitdem immer auf sie auf.

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