Frankenberg

Baggern für die „Öffnung des Klosters“

+

- Frankenberg (jos). Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Landratsgartens sind nach monatelanger Pause endlich in vollem Gang. Weil man Bäume erst im Herbst pflanze, habe die Baustelle Landratsgarten den Sommer über geruht, erklärte Bürgermeister Christian Engelhardt auf FZ-Nachfrage.

Monatelang war der Platz zwischen Landratsamt und Bahnhofstraße kein sonderlich schöner Anblick: Ein Erdhaufen hier, ein gebaggertes Loch dort – mit der Umgestaltung des Landratsgartens war zwar schon im Frühjahr begonnen worden, doch dann ging es nicht weiter. Dafür gebe es allerdings eine ganz einfache Erklärung, betont Bürgermeister Engelhardt. Der Naturschutz habe es der Stadt vorgeschrieben, die Bäume und Büsche, die verschwinden sollten, im Frühjahr zu fällen. Nachdem das geschehen war, habe man die Bauarbeiten ruhen lassen, weil wiederum das Pflanzen von Bäumen erst im Herbst sinnvoll sei. Durch dieses Vorgehen habe der Landratsgarten zwar den Sommer über nicht schön ausgesehen. „Aber das nimmt man doch gerne in Kauf, wenn es dafür in den nächsten Jahren umso schöner aussieht“, findet zumindest der Rathauschef. Seit einigen Tagen laufen die Arbeiten an der Umgestaltung des Landratsgartens nun auf Hochtouren. Immerhin handelt es sich dabei ja auch um ein zentrales Projekt im Rahmen der Stadtsanierung. Ziel ist die „Öffnung“ des einstigen Klosters zur Bahnhofstraße hin. Dafür wird unter anderem die 80 Meter lange Mauer zur Bahnhofstraße hin komplett abgetragen, erläuterte Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Bei der Mauer handle es sich im Übrigen nicht wie von vielen Frankenbergern angenommen um historische Sandsteine, sondern um Beton, der mit Schalen verziert wurde und dadurch bloß so aussah wie mit Sandsteinen gemauert. Hinter der Mauer werden 2000 Kubikmeter Erde abgetragen, um den Landratsgarten auf das Höhen-Niveau der Bahnhofstraße abzusenken. Das entspricht etwa 10 000 Schubkarren-Ladungen. Passanten sollen künftig ebenerdig den Landratsgarten betreten können. Durch das Anpflanzen von 20 bis 25 Bäumen soll ein parkähnliches Gelände entstehen, das schon Ende des Jahres fertig sein soll. Hintergrund für die Umgestaltung ist das Ziel, das Gelände rund um den Bahnhof besser an die Fußgängerzone anzubinden. Es soll vor allem für Fußgänger und Radfahrer ein Weg geschaffen werden, der dazu einlädt, vom Bahnhof aus die Innenstadt zu erkunden. Der Bahnhof selber soll erst in einem der nächsten Schritte attraktiver gestaltet werden. Wie dringend das allerdings nötig ist, darüber berichtete die FZ vor wenigen Wochen. Für die Umgestaltung des Landratsgartens sind insgesamt 340 000 Euro veranschlagt worden. Die Kosten übernehmen Stadt, Land und Bund zu gleichen Teilen. Im nächsten Zug will die Stadt dann die Bahnhofstraße zurückbauen und die Kreuzung beim Modehaus Eitzenhöfer verkleinern. Nach seinem jüngsten Besuch im für die Stadtsanierung zuständigen Ministerium rechnet Engelhardt damit, dass die Fördermittel für nächstes Jahr bewilligt werden. Dann könnten auch bereits im nächsten Jahr, spätestens aber 2012 die Arbeiten beginnen. Wie die Bahnhofstraße genau umgestaltet werden soll, dazu hat Bürgermeister Engelhardt bereits klare Vorstellungen. Die Details sind aber bislang nicht bekannt, weil die Pläne zuerst mit den Anliegern und den Stadtverordneten diskutiert werden sollen.

Kommentare