Musikschule soll in Frankenberger Bahnhof einziehen

Bahnhofsgebäude gehört jetzt der Stadt

+
Die Verträge sind gemacht, das Bahnhofsgebäude gehört jetzt der Stadt Frankenberg. Stehend von links: Dieter Ohlsen (Vorstand der Frankenberger Bank), Notar Guido Seidel, Ralf Schmitt (Vorstandsvorsitzender Frankenberger Bank); sitzend von links: Erster Stadtrat Willi Naumann, Bürgermeister Rüdiger Heß und Heiko Schlosser (Geschäftsführer der von der Frankenberger Bank gegründeten Bahnhof Frankenberg GmbH).Foto: Tobias Treude

Frankenberg - Die Stadt Frankenberg ist nun wie geplant Besitzer des in die Jahre gekommenen Bahnhofsgebäudes. Nachdem die Frankenberger Bank im September vergangenen Jahres die Immobilie als Zwischenhändler erstanden hatte, wurde es nun an die Stadt veräußert.

Es ist der zentrale Baustein bei der Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes - und seit gestern hält die Stadt Frankenberg diesen in ihren Händen. So wie vorgesehen hat die Frankenberger Bank als Zwischenhändler das Bahnhofsgebäude an die Stadt veräußert - entstehen soll nun ein Gesundheits-, Familien- und Bildungszentrum.

Die Vertragsunterzeichnung gestern hatte vor allem symbolischen Charakter - denn dass die Frankenberger Bank nur über einen kurzen Zeitraum Besitzer des Bahnhofsgebäudes sein sollte, war klar. Im September 2013 hatte die Genossenschaftsbank die Immobilie gekauft, der damalige Besitzer hätte sie sonst wohl gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gebäuden an einen anderen Käufer veräußert. Die Zeit drängte also, doch konnte die Stadt Frankenberg nicht einfach selbst zuschlagen. Und so sprang die Frankenberger Bank in die Bresche.

Warten auf Förderbescheid

„Ich bin froh, dass in einer Phase, in der wir das Gebäude nur schwierig hätten kaufen können, ein kurzer Telefonanruf ausreichte“, bedankte sich Bürgermeister Rüdiger Heß für die unkomplizierte Zusammenarbeit bei Dieter Ohlsen und Ralf Schmitt vom Vorstand des Kreditinstitutes, „hier zählt noch der Handschlag zwischen Bürgern der Stadt.“ Der Erste Stadtrat Willi Naumann bezeichnete die Kooperation als nicht alltäglich und vertrauensvoll. Das Thema Bahnhof sei ein langer Prozess gewesen, der anfangs mit Frust verbunden gewesen sei.

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Schon beim Kauf im vergangenen Jahr wurde seitens der Frankenberger Bank betont, dass mit dem Gebäude kein Gewinn und kein Verlust gemacht werden solle. Und so erhält die Stadt den Bahnhof zum Kaufpreis von September, hinzu kommen Kosten für den Notar und die Grunderwerbsteuer. Insgesamt soll die Sanierung des Bahnhofsgebäudes rund 4,1 Millionen Euro kosten.

„Wir waren überzeugt, dass die Hilfe hier richtig ist“, sagte Dieter Ohlsen vom Vorstand der Frankenberger Bank. Diese hatte eigens für den Kauf eine GmbH gegründet, deren Geschäftsführer Prokurist Heiko Schlosser war.

Heß bezeichnete es als Sensation, welchen Fortschritt das Projekt in den vergangenen eineinhalb Jahren gemacht habe. Der Rathaus-Chef hofft, rund zwei Drittel der Gesamtkosten mit Fördermitteln des Landes Hessen stemmen zu können. Die Stadt habe bereits einen Fördermittel-Vorbescheid erhalten, die offizielle Übergabe soll am 30. Juni durch den hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir stattfinden. Zudem sei der Bauantrag für den Umbau auf den Weg gebracht worden.

Musikschule zieht ein

Wer letztendlich das dann modernisierte Bahnhofsgebäude mit Leben füllen wird, steht noch nicht gänzlich fest. Im Erdgeschoss in der Schalterhalle werde die Kurhessenbahn ein Bistro betreiben, sagte Rüdiger Heß. Zudem wird es einen Aufzug mit Anschluss an die geplanten Arztpraxen in der ersten Etage geben, der auch Liegendtransporte ermöglicht. Das Dach müsse nach und nach abgetragen und dann wieder aufgebaut werden - das Türmchen mit Uhr soll erhalten bleiben. Der Startschuss für die Bauarbeiten ist für August vorgesehen.

Vergangenen Mittwoch kündigte die Projektmanagerin des Nordhessischen Verkehrsverbunds, Anette Blumberg, an, dass zudem die Frankenberger Musikschule in das Gebäude einziehen werde. Das sagte sie beim Informations-Abend in Vöhl, wo es um die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Frankenberg und Korbach ging. (tt)

Kommentare