Haina

Balanceakt der „Holz-Energie Haina“

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- Haina/Kloster (apa). Auch wenn Lastwagen und Harvester auf vereisten Waldwegen nicht fahren können und Hackschnitzel knapp werden: Frieren muss in den Hainaer Vitos-Kliniken niemand.

Leer sind sie nicht, die beiden Lagerhallen auf dem alten Hainaer Sportplatz – aber auch nicht voll. „Das ist auch schnell wieder weg“, sagt Manfred Albus, Leiter der Stiftungsforsten Kloster Haina, mit Blick auf die Berge von Holzhackschnitzeln. Für den Vertrieb von Holz zum Heizen gründeten die Stiftungsforsten 1997 im Rahmen eines hessischen Pilotprojektes einen autarken Nebenbetrieb, die „Holz-Energie Haina“, kurz HEH. Das Unternehmen muss zwei Ansprüche in Balance bringen: Einerseits müssen die vier Heizwerke in Haina, Merxhausen, Marburg und Bad Wildungen mit ausreichend Hackschnitzeln beliefert werden. Andererseits will Albus wirtschaftlich arbeiten und die kleinen Holzstücke für den bestmöglichen Preis haben. Das bedeutet oft, dass das Holz nicht aus dem eigenen Wald kommt, sondern aus anderen Wäldern, aus Sägewerken oder von so genannten Flächenräumungen, etwa für Autobahnen oder Flugplätze, bei denen viel Restholz anfällt.

Durch die Rechnungen auf dem Papier kann das Wetter schnell einen Strich machen: Wenn die Waldwege vereist sind, kommen die Lastwagen und Häcksler gar nicht erst an das im Wald gelagerte Holz heran – und das Holz gelangt nicht zum Abnehmer. Eine größere Lieferung hatte Albus im November aus Südniedersachsen erwartet – doch sie ist bis heute nicht in Haina eingetroffen, weil die schweren Fahrzeuge wegen eines so genannten Trassenaufhiebs derzeit nicht in den Wald fahren können.

Den Engpass hat Manfred Albus recht problemlos mit Holz aus dem eigenen Bestand auffangen können. Das war auch aus wirtschaftlicher Sicht kein Problem, sagt er: „Das war nur eine Phasenverschiebung“. Das versprochene Holz aus Niedersachsen soll schließlich immer noch geliefert werden und das Holz aus den Stiftungsforsten wäre ohnehin irgendwann zu Hackschnitzeln verarbeitet Theoretisch könnte Albus alle vier Heizwerke mit Hackschnitzeln aus den Stiftungsforsten versorgen. Tatsächlich werden aber nur etwa die Hälfte der verheizten Häcksel von Bäumen aus dem Kellerwald hergestellt. Denn es ist billiger, bereits gehäckseltes Holz zuzukaufen: Wenn Albus große Mengen Hackschnitzel abnimmt, sinkt der Preis. Deshalb hält er die beiden großen Lagerhallen für solche Angebote gerne frei.

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