Emotionen in der EM-Arena

Bangen, hoffen, jubeln, trauern

Nach dem ersten Tor der Italiener machte sich in der Frankenberger EM-Arena Ernüchterung breit, die sich bei einigen Fans rasch mit Trauer mischte.Fotos: Patricia Kutsch/Malte Glotz

Frankenberg - Schock, Trauer, Wut - aber stellenweise auch Freude: Nach dem EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft waren in der Frankenberger EM-Arena viele Emotionen zu beobachten.

Es ging so gut los in der Frankenberger EM-Arena im Stadion. Endlich waren die Temperaturen auch für ein Abendspiel mal angemessen, also strömten Hunderte vor den großen Bildschirm und fieberten dem Spiel Deutschland gegen Italien entgegen. Viele waren bunt geschminkt, hatten schwarz-rot-goldene Fahnen am Körper, auf dem Gesicht und auf den Trikots. Von Sorge oder Angst vor einer möglichen Niederlage war nichts zu spüren - noch nicht. Das änderte sich, als in der 20. Minute Balotelli den ersten Ball hinter die Torlinie schob.

Die ersten Gesichter ließen Verzweiflung erkennen - viele andere Zuschauer aber genossen unbekümmert den Abend, denn es war ja noch Zeit. Zeit, die die Nationalmannschaft nicht nutzte. Zeit, in der die Stimmung in der Fan-Arena langsam bedrückter wurde. Nach dem 0:2 standen die ersten Gäste auf und gingen nach Hause - verpassten deshalb aber den kurz aufbrandenden Jubel beim Anschlusstreffer und das Fünkchen Hoffnung, das für zwei Minuten fieberhafter Leidenschaft auf dem Stadiongelände sorgte.

Nicht jeder ließ sich die gute Laune vom letztendlichen Ausscheiden der Nationalelf aus dem Turnier verderben: Auch nach Abpfiff wurde gefeiert. Irgendwann schob sich gar ein kleiner Autokorso durch die Stadt - italienische Mitbürger in Feierlaune, die den Sieg der Azzurri bejubelten. Vorbeiziehende Deutschland-Fans grüßten meist freundlich, aber bedrückt.(gl)

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