Frankenberger Ratsherrenbank wird zurück ins Landesmuseum überführt

Bank zurück nach Kassel

Abschied von der Ratsherrenbank: Mehrere Hundert Besucher haben im vergangenen Jahr das Schnitzwerk von Philipp Soldan im Kreis-Heimatmuseum bewundert. Nun ist die Ausleihzeit abgelaufen. Archivfoto: Völker

Frankenberg. Ein wenig Wehmut macht sich schon bemerkbar bei Heiner Wittekindt, dem Leiter des Kreisheimatmuseums in Frankenberg. Die alte Ratsherrenbank des berühmten Holzschnitzers Philipp Soldan ist gestern ins Kasseler Landesmuseum zurückgekehrt.

Die über 450 Jahre alte Holzbank befindet sich im Besitz des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, er hatte sie 1882 für 150 Goldmark gekauft. Zum Rathaus-Jubiläum war sie im vergangenen Jahr für einige Monate nach Frankenberg zurückgekehrt. Jetzt ist der Leihvertrag abgelaufen und das imposante Möbelstück soll mit der Übergabe an Kassel wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bei aller Traurigkeit über den Verlust ist Heiner Wittekindt auch erleichtert: „Es war sehr aufwendig, die Rahmenbedingungen für den Standort der Bank zu schaffen“, sagte der 66-Jährige.

Denn die Bank bedarf einer besonderen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, um dem Verfall vorzubeugen. Dabei bringt das Liebhaber-Stück eine bewegte Geschichte mit: Ursprünglich hatte Soldan die Bank für die Frankenberger Ratsherren geschnitzt, die sie an den Geschichtsverein verkauften. Nachdem sie lange Zeit im Landesmuseum stand, hatte Frankenbergs damaliger Bürgermeister Wilhelm Falkenstein das Stück zurück erworben. Man sprach vom „Zierenberger Bankraub“. Heiner Wittekindt: „Eigentlich gehört sie nach Kassel.“

Von Kristin Dowe

Quelle: HNA

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