Battenberg und Allendorf suchen dringend Wohnungen für Flüchtlinge

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Als Standort ausgewählt: Nicht in der Tennishalle (Foto) in Allendorf, aber in Container auf dem Gelände sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werden.

Allendorf/Battenberg. Eindringlich haben die Bürgermeister Claus Junghenn (Allendorf-Eder) und Christian Klein (Battenberg) in ihren Parlamentssitzungen am Donnerstagabend an alle Bürger appelliert, freien Wohnraum zu melden, der sich für die Unterbringung von Flüchtlingen eignet.

„Haltet Augen und Ohren offen“, sagte Claus Junghenn im Dorfgemeinschaftshaus Haine. „Sonst machen wir hier in Zukunft keine Sitzungen mehr, weil hier dann Feldbetten stehen.“

Es sei absehbar, so berichteten beide Bürgermeister, dass sowohl Allendorf als auch Battenberg bis zum Jahresende noch etwa 50 weitere Flüchtlinge aufnehmen und einquartieren müssten. In dieser schwierigen Situation müsse man „alles daran setzen, dass die Leute ein Dach über dem Kopf haben“, so Junghenn.

„Dieser schwierigen Aufgabe stellen wir uns“, sagte Klein parallel in Battenberg. Er betonte, dass der Mietvertrag direkt mit der Stadt abgeschlossen werde, und bat darum, privaten Wohnraum und geeignetes Mobiliar an die Stadtverwaltung zu melden.

Nach Überzeugung von Astrid Huhn (BL Allendorfer Ortsteile) gibt es „viele Menschen, die helfen wollen“. Sie schlug vor, Gremien für Hilfstätigkeiten zu bilden und zu vernetzen. „Wollen wir nicht eine Info-Veranstaltung in Allendorf machen?“, schlug Huhn vor. Es müsste sich „eine „ehrenamtliche Truppe“ bilden, meint Bürgermeister Junghenn. Kirche und Gemeindeverwaltungen seien bereits „voll ausgelastet“. Info-Veranstaltungen habe es bisher nur in Korbach, Bad Arolsen und Gemünden gegeben - also in den den drei Kommunen, in denen große Sammelunterkünfte eingerichtet wurden. „Aber man könnte auch in Allendorf zu einer Bürgerversammlung einladen“, sagte Junghenn.

In Battenberg hat sich am Freitagabend zum ersten Mal ein Runder Tisch zum Thema Flüchtlinge getroffen. Er soll zunächst ehrenamtliche Ansprechpartner für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen zusammenbringen. „Wir müssen die Kuh vom Eis bringen, die Land und Bund planlos verursachen“, sagte Fraktionsvorsitzender Jens-Ulrich Schmidt (SPD) in Battenberg. „Wir haben die moralische Verpflichtung, diese Menschen menschenwürdig unterzubringen.“

Schmidt dankte den ehrenamtlichen Helfern - derzeit unterstützen Battenberger Feuerwehrleute ihre Kollegen in Gemünden in der Notunterkuft - und dem Bürgermeister, der im Moment „fast täglich“ zu Sitzungen zu dem Thema müsse.

Christian Klein selbst möchte noch keine Infoveranstaltung dazu für die Bürger in Battenberg anbieten. „Die Informationen ändern sich fast täglich, wir brauchen erstmal gesicherte Informationen, wie es in Battenberg weitergeht“, sagte Klein.

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Quelle: HNA

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