Battenberger Hartplatz: Auch Hecking, Klopp und Steppi waren da

Kampfbetont: So ging es oft zu auf dem alten Hartplatz des TSV Battenberg. Unser Bild zeigt eine Spielszene aus den 1980er-Jahren mit dem heutigen TSV-Vorsitzenden Burkhard Specht (Bildmitte). Foto: Archiv

Battenberg. Mit einer „Abriss-Party" am 15. Mai wollen die Battenberger „Bären" sich von der „roten Asche" verabschieden.

Der Hartplatz im Entenpark wird einem Kunstrasenplatz weichen. Drei frühere Oberliga-Kicker des TSV Battenberg haben sich im Gespräch mit der HNA an längst vergangene Zeiten erinnert.

„Der Abschied ist schon sehr emotional“, sagt TSV-Vorsitzender Burkhard Specht. „Da haben wir alle viel Herz und viel Haut gelassen“, bringt Wolfgang Werth die Sache mit dem Hartplatz auf den Punkt. Auf Asche zu spielen - das war, gerade zu Oberliga-Zeiten - nicht jedermanns Sache.

„Ab und zu haben wir die rote Trumpfkarte gezogen“, lacht Fußball-Abteilungsleiter Eckhard Arnold, der in den 80er-Jahren viele Tore für den TSV Battenberg schoss. „Auf dem kleinen Platz waren wir mit langen Bällen immer torgefährlich. In unserer Mannschaft hatten wir viele, die nicht gut verlieren konnten. Auch wenn es nach 80 Minuten 0:2 gegen uns stand: Zum Schwimmbad-Tor runter ging immer was. Und da war auch von Seiten der Zuschauer immer richtig was los.“

Nicht selten kamen 500 oder 600 Fans in den Entenpark. Oft waren es sogar 1000. Das Finale um die Hessenmeisterschaft der A-Jugend im Jahr 1975 gegen Offenbach brach alle Rekorde: 3500 Zuschauer wollten dieses Spiel sehen. Der spätere Nationalspieler und Trainer Rudi Bommer kickte für Offenbach. „Rudi Bommer musste warten, weil der Spielmannszug noch Ehrenrunden drehte“, erinnert sich Eckhard Arnold.

„Dieter Hecking hat auch mal hier spielen müssen“, berichtet Eckhard Arnold. Der heutige Bundesliga-Trainer des VfL Wolfsburg gab sich im Trikot des KSV Hessen Kassel jedoch auch auf Asche keine Blöße. Die Battenberger Bären verloren mit 1:7. Weitere prominente Gäste waren der heutige BVB-Coach Jürgen Klopp, Dieter Müller und der legendäre Frankfurter Trainer Dragoslav Stepanovic („Lebbe geht weiter“).

Stundenlang könnten die drei in Ehren ergrauten Kicker noch von den alten Zeiten erzählen. Davon etwa, dass mal ein Battenberger Bürgermeister wegen der ohne Genehmigung erbauten „Klagemauer“ seinen Hut nehmen musste oder von der „Randale“ im Spiel gegen die Offenbacher Kickers, bei dem ein Battenberger Ordner von einer Flasche Äppelwoi getroffen wurde. „Aber jetzt gucken wir nach vorn“, sagt der langjährige FC-Ederbergland-Trainer Wolfgang Werth. „Die Zeit der Hartplätze ist vorbei. Und es war jetzt auch lange genug Zeit zum Abschiednehmen“, fügt Abteilungsleiter Arnold hinzu.

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Quelle: HNA

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