Rennertehäuser Kirche fertiggestellt

Becker: "Sanierung hat sich gelohnt"

Blasmusik, Fachwerkromantik und gute Laune prägten das Kirchweihfest im Wiesenhof.

Allendorf-Rennertehausen - Mit einem Gottesdienst, kulinarischen Köstlichkeiten, Kinderspielen und zünftiger Blasmusik feierten die Rennertehäuser anlässlich der Renovierung ihrer Dorfkirche ein Kirchweihfest.

Die Kirchengemeinde und die Rennertehäuser Vereine waren Ausrichter im Wiesenhof rund um die Kirche und auf dem Hof der Familie Clemens, deren schmucke Fachwerkhäuser das passende Ambiente boten.

Schon beim Gang zum gut besuchten Gottesdienst am Sonntagmorgen schien die Sonne. Und das gute Wetter trug auch später dazu bei, dass im Wiesenhof die Nachfrage nach „Kichelplätze und röre Worscht“, „Reibeplätzchen“, Kartoffelsuppe oder Kartöffelchen mit Quark groß war. Das führte dazu, dass die Landfrauen noch weitere Kartoffeln schälen mussten, da die vorbereiteten fünf Zentner nicht ausreichten.

Einen Volltreffer hatten die Veranstalter auch mit der Verpflichtung der „Frankenberger Stadtkapelle“ gelandet. Spätestens mit dem „Böhmischen Traum“ spielten sich die Musiker in die Herzen der Besucher, die schunkelnd und klatschend den Rhythmus aufnahmen. Zur Unterhaltung trugen auch die Rennertehäuser Chöre mit ihren Liedvorträgen und die Kindertanzgruppe mit ihrem Tanzauftritt bei. Damit es den Kindern nicht langweilig wurde, boten Elternverein und Kindergarten „Spielen und Basteln“ auf dem Kirchhof an. Jugenddiakon Christian Pohl sorgte dafür, dass die Kinder Bewegung hatten und schickte sie mit „Navis“ zum Geocaching durch das Dorf. Bei der Schatzsuche hatten die jungen Rennertehäuser viel Spaß.

„Was muss die Menschen vor über 450 Jahren bewogen haben in dem kleinen Flecken Rennertehausen eine Kirche zu bauen?“ Diese Frage stellte Pfarrer Claus Becker während des Kirchweihgottesdienstes, zumal in Battenfeld schon eine Kirche stand, in die die Rennertehäuser gingen. In der Rennertehäuser Kirche wurde nur wenige Male im Jahr Gottesdienst abgehalten.

Dass diese Kirche um 1540 gebaut wurde, ist erst bei den dendrochronologischen Untersuchungen im Rahmen der Sanierung 2012 festgestellt worden. Bis dahin glaubte man, die Kirche sei 1609 gebaut worden, da diese Jahreszahl mit dem Datum 22. Septemperis auf der Kanzel steht.

Pfarrer Becker erläuterte vor dem Gottesdienst die umfangreichen Sanierungsarbeiten und erklärte, warum aus den ursprünglich geplanten Kosten von 40000 bis 60000 Euro doch 210000 Euro wurden. Sein abschließendes Fazit: „Es hat sich gelohnt, dass jetzt alles gründlich gemacht wurde und wir in 20 Jahren nicht wieder anfangen müssen.“

Kommentare