Besuch aus Tansania in der Battenberger Gesamtschule

Der Beginn einer Schulpartnerschaft

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Die ersten Schritte auf dem Weg zu einer Schulpartnerschaft sind bereits gegangen. An der Gesamtschule Battenberg informierte sich Pfarrer Yoram Karusya aus Tansania bei Reinhold Gaß und Marion Schmidt-Biber.Foto: pr

Battenberg - Hoher Besuch aus Tansania in der Gesamtschule: Schulleiter Reinhold Gaß hieß Pfarrer Yoram Karusya, den stellvertretenden Bischof der Karagwe Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, willkommen.

Bei dem Besuch ging es darum, eine Schulpartnerschaft zwischen der Gesamtschule und der Tegemeo-Schule in Tansania auf den Weg zu bringen. Die Gespräche konnten in Deutsch geführt werden, da Pfarrer Yoram Karusya als ehemaliger Mitarbeiter der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) von 2006 bis 2012 im Evangelischen Dekanat Gladenbach lebte und arbeitete.

Zum Kituntu-Distrikt der Karagwe Diözese im Nordwesten Tansanias an der Grenze zu Ruanda und Uganda unterhält das Evangelisch-Lutherische Dekanat Biedenkopf seit 1991 eine Partnerschaft. Zu den verschiedenen Aktivitäten der Partnerschaftsarbeit gehören die gegenseitigen Besuche mit einem Schwerpunktthema.

Im vergangenen Jahr waren Marion Schmidt-Biber und Vanessa Sänger aus Reddighausen Mitglieder der Besuchsdelegation. Ein Thema des Besuchs war die Religionsfreiheit. Marion Schmidt-Biber arbeitet als Gemeindepädagogin des Dekanats Biedenkopf an der Battenberger Gesamtschule als Schulseelsorgerin und ist zuständig für die schulbezogene Jugendarbeit. In diesem Rahmen bietet sie regelmäßig Projekttage und Nachmittagsangebote zum Thema Afrika an.

Schüler schreiben Briefe

Ein besonderes Anliegen ist ihr der Austausch mit Kindern und Jugendlichen in Tansania. So gab sie die Anregung, Kontakt zu einer Schule in Tansania aufzunehmen und schrieb mit Battenberger Schülern zahlreiche Briefe nach Tansania.

Dort absolvierte Vanessa Sänger, eine ehemalige Schülerin der Gesamtschule, für neun Monate ein Praktikum an der Tegemeo English Medium Primary School, einer Schule in Trägerschaft der Karagwe-Diözese. Mit ihren Schülern beantwortete sie die Briefe und so kamen die ersten Kontakte zwischen den Schülern in Deutschland und Tansania zustande. Pfarrer Yoram Karusya brachte ein weiteres kleines Paket an Briefen mit.

„Ein weiterer Traum ist in Erfüllung gegangen“, kommentiert Pfarrer Jörg Stähler, Ökumenebeauftragter des Dekanats Biedenkopf. „Mit der Partnerschaft wollen wir Brücken zwischen Deutschland und Tansania bauen. So viele Briefe wie zur Zeit sind noch nie in der über zwanzigjährigen Geschichte der Partnerschaft ausgetauscht worden.“ Mit der Schulpartnerschaft und dem Zielen von globalem und interkulturellen Lernen könne eine neues, spannendes Kapitel aufgeschlagen werden.

Durch die ersten Briefkontakte nahm die Idee Gestalt an, eine Schulpartnerschaft zu gründen. Marion Schmidt-Biber stellte das Projekt der Gesamtkonferenz und dem Schulelternbeirat der Gesamtschule vor und stieß damit auf eine breite Zustimmung.

Der Besuch von Pfarrer Yoram Karusya im Nachbardekanat bot eine Gelegenheit, die Schule in Battenberg vorzustellen. Gemeinsam mit Jörg Stähler besuchte Karusya die Gesamtschule. In dem Gespräch mit Schulleiter Reinhold Gaß wurden erste Ideen zum Gründen einer Schulpartnerschaft ausgetauscht.

Bei der anschließenden Schulführung, die der Hauptschulzweig-Leiter Denis Glotz vornahm, lernte der Gast aus Afrika die Schule und Unterrichtsausschnitte näher kennen. Die Gäste beglückwünschten die Schulleitung, Lehrer- und Schülerschaft zu einer Vorzeigeschule. Voll bepackt mit Briefen, Wünschen, Ideen und Geschenken verabschiedete sich der Gast aus Tansania und hofft nun auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen. (r)

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