Begrüßungskultur in Frankenau: Asylbewerber lernten Einheimische kennen

Frankenau. Der erste Schritt ist gemacht: Nachdem kürzlich in Frankenau an einem runden Tisch über mögliche Unterstützungsmaßnahmen für die in Frankenau aufgenommenen Asylbewerber diskutiert worden ist (HNA berichtete), hat ein Organisationsteam um Gabriele Schütz die Flüchtlinge nun zu einem zwanglosen Kaffeenachmittag ins Martin-Luther-Haus eingeladen.

„Das ist ein erstes konkretes Ergebnis vom runden Tisch“, berichtete Bürgermeister Björn Brede, der auch vor Ort war.

Die jungen Leute und die Familien mit Kindern wurden von den Frauen herzlich begrüßt. Auch der Frankenauer Pfarrer Dr. Harald Wahl sowie dessen Amtskollege Matthias Bringmann von der Kirchengemeinde Kirchlotheim empfingen alle mit Handschlag. Einer der Flüchtlinge hatte Blumen mitgebracht. „Tausend Mal Danke. Wir sind zufrieden mit den Wohnungen und all dem, was wie bekommen haben“, lässt sich einer der jungen Männer übersetzen.

In geselliger Runde bestand Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und wichtige Infos auszutauschen. Eine der Familie war erst am Vortag in Frankenau angekommen. Die kleine Tochter strahlte, als ihr jemand ein Stofftier zum Spielen schenkte.

Bei Kaffee und Kuchen war das Eis schnell gebrochen. Und bei etwaigen Sprachbarrieren sprangen die anwesenden Übersetzer ein. Einer von ihnen ist selbst Flüchtling. Hussein Hazem wohnt seit Juli vergangenen Jahres in Löhlbach und sprach schon sehr gut Deutsch. „Ich gehe in Bad Wildungen zur Schule und habe dort Deutsch gelernt“, sagte er gegenüber der HNA.

„Einfach machen und schnell zur Tat schreiten - das ist das Wichtige“: So beschrieb Gabriele Schütz die Beweggründe für den Begrüßungskaffee für die Flüchtlinge, die aus dem Irak, Mazedonien und dem Kosovo kommen. „Wir haben jetzt unserer Telefonnummern ausgetauscht, wissen wo die alle untergebracht sind und können zukünftig noch effizienter helfen und eine ganz gute Begrüßungskultur anbieten.“

Zahlreiche Spenden

Die Hilfsbereitschaft ist groß in Frankenau: „Wir danken allen, die uns mit Spenden bedacht haben. Unsere Lager sind gut gefüllt“, so Brede.

Gabriele Schütz freute sich besonders über das Engagement des TSV Frankenau: „Das ist eine ganz tolle Sache. Trainer Thorsten Beil hat zwei der jungen Männer zum Fußballtraining eingeladen.“ Sogar Sportschuhe und Trikots seien organisiert worden. „Der Sportverein hat alle Hebel in Bewegung gesetzt“, lobte sie.

„Man kann die Flüchtlinge nur für die Zeit ihrer Verweildauer begleiten und ihnen helfen. Mehr kann man nicht machen - aber das ist ja auch schon mal was“, betonte Renate Thuma während des Kaffeenachmittags.

Als nächstes wollen die Frauen um Gabriele Schütz klären, ob möglicherweise ein Deutschkurs für die Asylanten organisiert werden kann. (bs)

Quelle: HNA

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