Leiter der Lebenshilfe-Werkstatt zu möglichem Brand

Behinderten-Einrichtungen sind auf Ernstfall vorbereitet

Waldeck-Frankenberg. „Das ist mit das Schlimmste, was in so einer Werkstatt passieren kann“, sagte Martin Henke, der Leiter der Lebenshilfe-Werkstatt in Frankenberg, nach dem Brand mit 14 Toten in einer Behinderten-Werkstatt im Schwarzwald.

 „Wir haben immer eine Fürsorgepflicht für die Menschen mit Behinderung, die uns anvertraut wurden. So ein Unglück ist ganz fürchterlich.“

In der Werkstatt der Lebenshilfe in Frankenberg arbeiten 160 Menschen mit Behinderung. Die zehn Gruppenräume liegen alle ebenerdig und haben einen eigenen Ausgang ins Freie. „Das ist ein großer Vorteil“, sagte Henke. Die Büros im Obergeschoss könne man im Notfall über das Dach verlassen. Regelmäßig würden Brandschutzmaßnahmen und Evakuierungen geprobt – und mit der Frankenberger Feuerwehr sei das Gebäude besichtigt worden, damit die Helfer sich im Notfall zurechtfinden, sagte Henke. Wenn in den Wohnheimen der Lebenshilfe Alarm ausgelöst werde, gehe dieser direkt in der Leitstelle ein.

Für die meisten Einrichtungen wie Behindertenheime, Altenheime und Krankenhäuser seien vorbeugende Brandschutz-Maßnahmen schon durch den Landkreis geregelt, beispielsweise Brandmeldeanlagen oder zweite Fluchtwege, erläuterte Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost. „Wenn wir zu einer solchen Einrichtung ausrücken müssen, werden sofort mehrere Wehren alarmiert“, sagt Trost – in Frankenberg beispielsweise neben der Kernstadtwehr auch die Feuerwehren aus Röddenau und Schreufa.

„Die Einsatzkräfte bei dem schweren Brand in Titisee-Neustadt haben sicher alles richtig gemacht, was nötig war“, vermutete Karl-Heinz Meyer, Stadtbrandinspektor in Bad Arolsen. Er wolle das Vorgehen seiner Kollegen im Schwarzwald aus der Entfernung aber nicht beurteilen.

Im Falle eines großen Brandes in einer Behinderteneinrichtung in Waldeck-Frankenberg greifen besondere Alarmpläne, erklärte Meyer. Der Leitfunkstelle beim Kreis lägen solche Pläne vor. „Auch in jedem Einsatzleitwagen gibt es diese Pläne.“

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Quelle: HNA

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