Beim Grenzgang: Eine Backpfeife vom Bürgermeister

So will es der Brauch: Bürgermeister Kai-Uwe Spanka verpasst de, Schüler Fabian Metzger eine Ohrfeige. Mit dabei die Grenzläufer Jens Jesberg, Holger Damm und Andreas Staubitz. Foto: Koelschtzky

Wetter. Über 4000 Menschen sind beim traditionellen "Grenzegang" in Wetter dabei. Er startet mit dem Weckruf um fünf Uhr morgens.

Für die sieben Tage des Grenzegangs herrscht in Wetter Ausnahmezustand. An den beiden Tagen des Begangs der über 30 Kilometer langen Grenze ist die Nachtruhe morgens um fünf vorbei: Mit Stadtkapelle und Peitschenknallen wecken die Grenzläufer die Stadt.

In der Morgendämmerung füllt sich der Marktplatz schnell, um sechs Uhr starten die drei Grenzläufer Holger Damm, Andreas Staubitz und Jens Jesberg mit lautem Peitschenknallen den Grenzegang. Die Stadtkapelle legt los und mehr als 4000 Teilnehmer machen sich auf den Weg entlang der Grenze.

Die Grenzläufer, in Wetter immer zu dritt, trainieren seit über einem Jahr. „Das Heben tut schon weh auf die Dauer“, meint Holger Damm, der mit 47 diesmal der älteste ist. Traditionell wird in Wetter immer der älteste Grenzläufer gegen einen jungen ausgetauscht, so dass die Kontinuität gewährleistet bleibt. Holger Damm wollte eigentlich schon aufhören, aber Kollege Andreas hat ihn schnell überzeugt, noch einmal mitzumachen.

Mindestens 35 Tonnen sind es in den zwei Tagen, die die drei blau-weiß-rot gekleideten Männer an den Grenzsteinen beim traditionellen „Heben“ dreimal in die Luft werfen und wieder auffangen - wenn man pro Person durchschnittlich 80 Kilogramm rechnet

Traditionell ist auch die Ohrfeige, der der älteste Schüler in Wetter vom Schultheiß oder heutzutage vom Bürgermeister bekommt, um sich den ersten Grenzstein zu merken. Diesmal ist es Fabian Metzger von der Wollenbergschule, den die Ehre ein wenig verunsichert. (ky)

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Quelle: HNA

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