Fünf Bürgermeisterkandidaten stellten sich Fragen von Moderatoren und Lesern

Mehr als 500 Zuhörer beim HNA-Wahlforum

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Volles Haus: In der Kellerwaldhalle sahen mehr als 500 Gäste das HNA-Wahlforum.

Frankenau. Die Finanzlage der Stadt Frankenau ist alles andere als rosig: Das war auch am Montagabend beim Wahlforum der HNA in der Kellerwaldhalle ein Thema, zu dem mehr als 500 Zuhörer kamen.

Die Schulden abzutragen, darin zeigten sich die Bürgermeisterkandidaten Björn Brede (SPD), Jörn Kring (unterstützt von CDU und Freien Bürgern), Werner Schelberg (unabhängig), Alexander Kaufmann (unabhängig) und Arno Wissemann (unabhängig) einig, werde deutlich mehr als eine Wahlperiode dauern – und kaum ohne eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs zu schaffen sein.

Knapp zwei Stunden lang stellten sich die Bewerber für die Wahl am 7. März den Fragen der HNA-Moderatoren Martina Biedenbach und Matthias Müller - und natürlich den Fragen der Zuhörer, die sich rege beteiligten. So wollten beispielsweise die Ortsvorsteher Dirk Michel (Allendorf-Hardtberg), Ulrich Metz (Ellershausen) und Alexander Küster (Dainrod) wissen, ob sich die drei Kandidaten, die in Frankenau wohnen, dort auch im Falle einer Wahlniederlage für den neuen Ortsbeirat bewerben würden. Das bejahten Jörn Kring, Werner Schelberg und Alexander Kaufmann.

Musik gab es von der Formation "Die neuen Alten", die Bewirtung hatte der TSV Frankenau übernommen. Für Kopfzerbrechen - aber auch für viele Lacher - sorgte ein kurzes Quiz, in dem die Kenntnisse der Kandidaten in der Frankenauer Mundart getestet wurden.

Elisabeth Backhaus und Gerhard Keute von der Frankenauer Mundartgruppe stellten Sätze auf Platt vor - und die Bewerber mussten die Übersetzung erraten. Werner Schelberg, selbst Mitglied der Mundartgruppe, bekam eine Aufgabe aus dem Hatzfelder Platt gestellt.

Egal, welcher der fünf Kandidaten im März zum Bürgermeister gewählt wird, eines kann man dem künftigen Verwaltungschef vorhersagen: In Frankenau wird er sich, was die Stadtfinanzen angeht, keine großen Sprünge erlauben können.

Was den Nachfolger von Dr. Reinhard Kubat erwartet, macht der Blick in den Haushalt für 2010 deutlich, der am Dienstagabend im Parlament diskutiert wird: Von einem ausgeglichenen Etat ist man in der Ziegenbockstadt weit entfernt.

Der Ergebnishaushalt, in dem die Erträge aus dem laufenden Verwaltungsbetrieb aufgeführt sind, weist ein Loch von 350 000 Euro auf. Im Finanzhaushalt liegt der Fehlbedarf bei 723 000 Euro. Die Schulden der Stadt sind zwar über Jahre kontinuierlich gesunken, dafür soll der Kassenkredit, quasi der Dispo der Kommune, laut Etatentwurf 2010 um mehr als 1,1 Millionen Euro auf 4,35 Mio steigen.

Die Entscheidung über den Haushalt soll bereits am Dienstagabend fallen: Ab 20 Uhr diskutiert das Parlament darüber im Bürgerhaus Altenlotheim. Die Sitzung ist öffentlich. (mam)

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Quelle: HNA

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