Beleidigungen per Mail: Sparkasse will, dass Fall schnell gelöst wird

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Neue E-Mails erhalten: Auf digitalem Wege sind Mitarbeiter und Vorstand ebenso beschimpft worden wie per Fax. Dieses Symbolbild zeigt den E-Mail-Eingang auf einem Smartphone an.

Waldeck-Frankenberg. Die anonymen Beleidigungen gegen Mitarbeiter der Sparkasse Waldeck-Frankenberg beschäftigen die Bank mit seinen 500 Mitarbeitern weiterhin.

Dieser Fall ist einmalig, sagt ein Kommunikationsberater. „Wir alle haben die Hoffnung, dass der Verleumder möglichst rasch ermittelt werden kann und das Ganze dann ein Ende hat", sagte Karlheinz Göbel, Öffentlichkeitsbeauftragter der Sparkasse, am Mittwoch auf Nachfrage.

Am Dienstag war die Sparkasse mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund von drei Strafanzeigen von Mitarbeitern. Das Besondere an dem Fall sei, dass ein Großteil einer Belegschaft drangsaliert werde, sagte Dirk Metz, Kommunikationsberater für die Bank.

Seit sieben Wochen haben Mitarbeiter und Vorstand der Sparkasse Waldeck-Frankenberg beleidigende E-Mails und Faxe erhalten. „Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt“, sagt Dirk Metz auf Nachfrage. „Das Besondere ist, dass auf diese Weise Gift in einem Unternehmen verbreitet wird und dass viele Mitarbeiter angegangen werden.“

Metz hat die Sparkasse auf dem Weg begleitet, mit dem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen. Der diskrete Umgang der Mitarbeiter mit den schriftlichen Beleidigungen und Drohungen spreche für das Unternehmen. Und es bedeute, dass die Mitarbeiter die Vorwürfe gegen die Sparkasse für unangebracht halten sowie das Vorgehen des Absenders für verwerflich. „An dem guten Betriebsklima habe ich überhaupt keine Zweifel.“ Der oder die anonymen Verfasser hätten die Mails und Faxe an mehrere hundert Mitarbeiter verschickt, teilte die Sparkasse am Dienstag in einer Pressekonferenz mit (HNA berichtete).

Der Absender sei unbekannt. „Dass manche unter Tarnnamen schreiben, ist nichts Neues“, erklärt Dirk Metz. Mitarbeiter haben bereits Strafanzeigen gegen Unbekannt erstattet.

Laut der Sparkasse verbreitet der Urheber Unwahrheiten und greift einzelne Mitarbeiter persönlich an. Auf die Frage, mit welcher Art der Formulierungen man sich grundsätzlich strafbar macht, will sich Dirk Metz nicht äußern. „Da müsste ich Beispiele nennen.“ Doch um Mitarbeiter zu schützen, will man sich diesbezüglich zurückhalten.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ist mit dem Thema befasst, bestätigte Sprecher Götz Wied. Er äußerte sich nur zu der Handhabe solcher Fälle im Allgemeinen. Würde ein Verfasser solcher Briefe gefunden, müsste er sich wohl wegen Beleidigung und Verleumdung verantworten.

Wer Schimpfwörter benutze oder „wer Sprache verwendet, die geeignet ist, den anderen in seinem Ehrgefühl zu verletzen“, mache sich strafbar.

Die Beleidigung wird laut Strafgesetzbuch nur verfolgt, wenn ein Antrag eines Opfers vorliegt, was hier der Fall ist. Welche Strafe den oder die Urheber solcher E-Mails und Faxe erwarten würde, „das hängt von den einzelnen Fällen ab“, es komme auf das Ausmaß der Straftat und auf eine eventuelle Vorbestrafung eines Angeklagten an. Bei Beleidigung drohten Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

Die Sparkassen-Mitarbeiter beschäftigt das Thema weiterhin. „Manche machen sich Gedanken, ob sie auch irgendwann ins Visier des Verleumders kommen und drangsaliert werden. Mein Eindruck ist aber zugleich, dass die Mitarbeiter unter dem Eindruck dieser Hetzkampagne noch enger zusammengerückt sind“, sagte der Sprecher der Sparkasse Karlheinz Göbel.

Quelle: HNA

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