Matthias Seim schreibt Biogramme und entdeckt bedeutende Bürger der Frühneuzeit

Berühmte Söhne Battenbergs

Bedeutender Battenberger : Professor Johannes Molther wird in einer Beschreibung aus dem Jahr 1697 zu den berühmten Söhnen Battenbergs gezählt. Foto/Repro: Bienhaus

Battenberg. Matthias Seim, 2. Vorsitzender im Geschichtsverein Battenberg, schreibt Biogramme für die „Hessische Biografie“ und entdeckt bei dieser Gelegenheit auch bedeutende Battenberger der Frühneuzeit. Seine kurzen biografischen Artikel sind im Internet in der „Hessischen Biografie“ unter www.lagis-hessen.de für jeden frei und kostenlos zugänglich.

Matthias Seim studiert Geschichte an der Uni Marburg. Er ist wissenschaftliche Hilfskraft beim Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL) und arbeitet im Projekt „Hessischer Städteatlas“. Seit 2010 ist er Mitglied im Geschichtsverein Battenberg und entwickelt den Internet-Auftritt des Vereins. Bereits Johann Just Winkelmann zählt in seiner „Gründlichen und wahrhaften Beschreibung der Fürstentümer Hessen und Hersfeld“ von 1697 zu den berühmten Söhnen Battenbergs den Theologen Georg Nigrinus und die Professoren Johannes Molther und Johannes Scholl. Christoph von Rommel erwähnt sie in seiner „Geschichte von Hessen“ (1820-1858) ebenfalls und nennt zudem den Staatsmann Johann Antrecht, den wahrscheinlich berühmtesten Battenberger jener Epoche. Diese vier Namen begegnen einem auch in der Festschrift zum 750-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung Battenbergs als Stadt aus 1984. Als wichtige Familie sind weiterhin die Fulder zu erwähnen, die in Battenberg über mehrere Generationen die Pfarrer- und Schulmeisterstelle innehatten. Insgesamt ist nur wenig über das Leben dieser Personen bekannt. Meist, wie bei den Mitgliedern der Familie Fulder, sind nur die wichtigsten Stationen wie Ausbildung und Beruf bekannt.

Persönliches und vor allem die Jugendzeit liegen oft im Dunkeln, muss Seim bei seinen Forschungen feststellen. So wissen wir von Johannes Molther (1561-1618) nicht die Namen seiner Eltern, von Johannes Scholl (†1606) noch nicht einmal das Geburtsdatum. Über Georg Nigrinus (1530-1602) ist immerhin bekannt, dass er der Sohn eines Seifensieders war und sich seine Schulausbildung durch Singen an den Haustüren mitfinanzieren musste. Lückenloser überliefert ist das Leben Johann Antrechts (1544-1607), über den sich eine Leichenpredigt mit umfangreichen biographischen Angaben erhalten hat.

Trotz der Dürftigkeit der Quellen ist die Beschäftigung mit dem Werdegang dieser Personen aber in jedem Fall lohnenswert und interessant. Insbesondere deshalb, weil sich ihre Lebensläufe auch nach dem Weggang aus Battenberg immer wieder kreuzten. Außerdem müssen sie als einstmalige Bürger und Funktionsträger der Stadt Battenberg ebenso als Teil der Battenberger Geschichte betrachtet werden wie die Grafen von Battenberg, mit denen sich Matthias Seim in der Hessischen Biografie bereits ebenfalls beschäftigt hat. (zpi)

Quelle: HNA

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