Tanne für die Liebfrauenkirche

Besonderer Baum an besonderem Platz

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Frankenberg - Fast sechs Meter hoch ist der große Weihnachtsbaum in der Frankenberger Liebfrauenkirche. Mit vereinten Kräften wurde er am Samstag aufgestellt und geschmückt.

„So stimmts - ein sehr schönes Bäumchen“ sagt Wilfried Koch am Samstagmorgen zufrieden. Gemeinsam mit Wilfried Sagel, Kurt Naumann, Theo Haase, Willi Köbernik und Kurt Werner hat er die große Nordmanntanne hinter dem Altar der Liebfrauenkirche aufgestellt. Seit mehr als 25 Jahren hilft Koch mit.

Die vorweihnachtliche Aktion der sechs Männer hat Tradition: Mehr als zwei Jahrzehnte haben sie Bäume aus Vorgärten in Frankenberg selbst gefällt und mit einem geliehenen Lastwagen abgeholt. Die Blaufichten waren meist so breit, dass sie nur mit „Hau-Ruck“ durch die Kirchentür passten. Seit zwei Jahren wird die Nordmanntanne von einem Burgwalder Gärtner aus heimischem Anbau geliefert. Sie darf maximal fünf Meter fünfzig hoch sein. „Sonst kitzelt die Spitze den Jesus an den Füßen“, sagt Koch, lacht und weist auf die Kruzifixfigur über dem Altar.

Draußen vor der Kirche wird derweil der Stamm des Baumes für die Hülse im Boden des Altarraums passend gesägt. Koch hat seit vielen Jahren eine Schablone mit dem richtigen Maß. Willi Köbernik greift zur Motorsäge und sorgt für den korrekten Durchmesser. Vier Männer packen an und tragen den Baum durch die „Hochzeitspforte“ hinter den Altar. Dort ist ein rundes Loch im Boden. Mit vereinten Kräften, Holzstangen und einer Axt am Stammfuß wird der Baum aufgestellt.

Dann geht es an die Ausrichtung: „Nach rechts, nein, wieder ein Stück zurück, noch etwas nach vorn“, hallt es durch das Kirchenschiff. Kurt Naumann hat die Senkrechte im Blick. Die Deckenmalerei der Kirche, die Orgelpfeifen oder die Fenster im Chorraum dienen als Anhaltspunkte. Kerzengerade ist der Stamm gewachsen. „Wilfried, hol die Keile“, ruft Sagel und fixiert den Stamm in der Hülse. Mit einer hohen Stehleiter werden die 45 elektrischen Lichter am Baum befestigt. Für das Schmücken mit Strohsternen und kleinen Figuren sorgt seit vielen Jahren Irene Haase. Sie wird am Samstag von Sieglinde Bastet unterstützt.

Bevor die Männer zum verdienten Frühstück übergehen, stellen sie einen zweiten, 3,50 Meter hohen Baum in der Hospitalkirche auf. Dort finden heute ebenfalls Gottesdienste mit hunderten Besuchern statt.

Für die Männer aus dem Frankenberger Kirchenvorstand ist das Weihnachtsbaum-Aufstellen seit vielen Jahren ein besonderes Ereignis. Wenn sie an den Feiertagen selbst im Gottesdienst sitzen, sind sie stolz auf den würdigen Kirchenschmuck.

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