Lesung mit Musik

Ein besonderes Duo

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Wenn Musik auf Worte trifft: In der Buchhandlung Jakobi präsentierten Wolfgang Schroeder (r.) und Carsten Weber-Isele (2. v. r.) den Zuhörern ihr Projekt „Text und Ton“.

Frankenberg - "„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum", schrieb schon Friedrich Nietzsche. Carsten Weber-Isele und Wolfgang Schroeder zeigten am Samstag in der Buchhandlung Jakobi mit dem Projekt "Text trifft Ton" eindrucksvoll, dass Musik und Literatur einfach zusammengehören.

Während Carsten Weber-Isele im Schein der Leselampe mit ruhiger Stimme aus seinem Roman las, huschten Wolfgang Schroeders Finger flink über die Tasten seines digitalen Instruments, aus dem die Klänge einer Orgel ertönten. Gespannt lauschten die Besucher den Worten des Autors, dessen sanfte Stimme von der Musik getragen wurde und deren Bedeutung durch die Melodien verstärkt wurde. Zusammen zeigten die Mediziner eine Lesung der etwas anderen Art, denn es stand nicht nur Weber-Iseles Roman „Blauschneetage“ im Mittelpunkt, sondern eben auch die Musik von Wolfgang Schroeder.

Gemeinsam haben die beiden das Projekt „Text trifft Ton“ ins Leben gerufen. „Die Musik kann ausdrücken, was Worte nicht können“, sagte Wolfgang Schroe-der. Er ist neben seiner Tätigkeit als Facharzt für Psychiatrie auch gelernter Kirchenmusiker. Nachdem Weber-Isele im Januar seinen Roman veröffentlichte, kam ihnen die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt. Man kenne sich schon seit vielen Jahren, da habe sich diese Zusammenarbeit einfach ergeben. Und Weber-Isele fügte hinzu: „Das war eben so unser Ding.“

Vor etwa acht Jahren begann Weber-Isele mit der Arbeit an seinem Roman. „Ich dachte mir, dass kann ich ja mal machen, das könnte mir Spaß machen“, erzählte er. Dabei ist das Thema kein leichtes: Er schreibt über das Schicksal einer Familie, die er über mehrere Generationen begleitet. Die Krankheit, um die es geht, Chorea Huntington, ist eine Degeneration des Gehirns, die einen frühen Tod mit sich bringt. Keine leichte Kost also - aber Weber-Isele wagt sich mit viel Fingerspitzengefühl an das Thema heran.

„Zauber der Musikund Magie der Worte“

Es gehe ihm nicht darum, die Krankheit zu beschreiben, der Fokus liege vielmehr auf dem Umgang der Familie mit dieser Last, betonte er. Immer wieder machte Weber-Isele Pausen, in denen Schroeder die gelesenen Passagen musikalisch unterstrich. Für den Abschluss hatte sich Schroeder ein ganz besonderes Stück aufgehoben. Er spielte die biblische Sonate „Der todkranke und wieder gesunde Hiskias“, die das zuvor Gehörte aufgriff und abrundete.

„Heute haben der Zauber der Musik und die Magie der Worte zusammengefunden“, fasste Inge Jakobi die Veranstaltung zusammen, und viele der zahlreichen Besucher waren ebenso verzaubert. Im Anschluss an diese musikalische Lesung nutzen die Besucher die Gelegenheit, den Roman zu erwerben und mit ihm und Schroeder ins Gespräch zu kommen.

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