Auch die Gewässergruppe Oberes Edertal kritisiert B-252-Trasse „7 modifiziert“

„Bessere Lösung“ gefordert

Keine Angst vor Fledermäusen: Mit Tierpräparaten warb Frank Seumer von der NABU-Gruppe Frankenberg in Wiesenfeld für die nützlichen, nachtaktiven Flugsäuger. Foto: zve

Wiesenfeld. Auch für die Gewässergruppe Oberes Edertal im Verband hessischer Fischer ist unvorstellbar, dass die gegenwärtig in der Planung befindliche Trassenvariante „7 modifiziert“ der B 252 im Bereich der Ortsteile Wiesenfeld und Burgwald in einem ökologisch sensiblen Bereich des Burgwaldes mit enormen Steigungen angelegt werden soll, während an anderer Stelle die vorbildlich ausgebaute Bundesstraßen-Trasse am „Schafterbach“ existiert.

Dies erklärte Heinrich Binzer (Geismar), Vertreter der Gewässergruppe, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins zum Schutz und Erhalt des Lebensraumes Burgwald (VSELB) im Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenfeld.

Die im regionalen Naturschutz aktive Fischer-Vereinigung Oberes Edertal sei dem VSELB korporativ beigetreten, um sich mit ihm für eine bessere Lösung des Umgehungsstraßen-Problems einzusetzen, erklärte Binzer. „Wir wollen, dass sich der Straßenbau nicht verzögert, und möchten deshalb Vorschläge für eine naturverträglichere und wirtschaftlichere Trassenführung machen.“ Der Bau der jetzt im Bereich der alten Kreisstraße 117 geplanten neuen Trasse „7 modifiziert“ auf der Nordseite des Hanges in einem sehr verwaldeten Bereich mit starken Steigungen sei auch volkswirtschaftlich nicht zu vertreten, erklärte der Vertreter der Gewässergruppe Oberes Edertal.

In seinem Jahresbericht hatte zuvor Vorsitzender Reinhard Mayer über die Aktivitäten des Vereins zum Schutz und Erhalt des Lebensraums Burgwald berichtet. Dazu zählte die Feuchtwiesenpflege gemeinsam mit der NABU-Umweltgruppe Burgwald, VSELB-Mitglieder halfen auch bei der Auszeichnung des Hugenotten-Fernwanderweges und bei den Verschönerungsmaßnahmen zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Ein „Französischer Abend“ am Backhaus Wiesenfeld habe viele Gäste angesprochen. Nach dem Finanzbericht von Leo Walther wurde dem gesamten VSELB-Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Im kommenden Jahr will der VSELB am Vorabend des 1. Mai wieder einen „Französischen Abend“ veranstalten und sich gemeinsam mit den anderen örtlichen Vereinen an der Ausrichtung des Kräutermarktes am 19. August beteiligen, wurde beschlossen.

Über den Schutz der in der Burgwald-Region vorkommenden Fledermausarten informierte im Anschluss mit einem Bildervortrag Frank Seumer von der Frankenberger NABU-Gruppe. Er nannte dabei auch den seit Jahren als Winterquartier genutzten alten Wasserhochbehälter von Ernsthausen.

Fledermaus-Beete anlegen

Seumer regte an, in den Gärten gezielt „Fledermausbeete“ anzulegen, um ein zusätzliches Nahrungsangebot für die nützlichen Insektenvertilger zu schaffen. „Dahinein gehören nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, die durch ihren Duft Nachtfalter, die Lieblingsspeise vieler Fledermäuse, anlocken“, schlug der Fledermaus-Experte vor. (zve)

Quelle: HNA

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