Das beste Konzept in ganz Deutschland

Frankenberg - Die wochenlange Arbeit von 19 Studierenden der Fachschule für Umwelttechnik ist mit einem ersten Platz und 50?000 Euro im Wettbewerb "Klima & Co." belohnt worden. Das Konzept soll schon bald an der Hans-Viessmann-Schule in die Realität umgesetzt werden.

Kurt Naumann ist gut gelaunt. Fröhlich geht er an das Telefon. Der Lehrer der Hans-Viessmann-Schule weilt noch in Berlin, es steht eine Stadtrundfahrt an – und die haben seine Studenten sich redlich verdient: Am Vorabend haben sie Deutschlands höchstdotierten Wettbewerb für Schulen gewonnen.

„Wir fühlen uns ganz toll“, sagt der Lehrer, der seine Klasse mit dem Kollegen Wolfgang Schleiter begleitet hat. „Dass wir gestern gewonnen haben, ist uns heute erst richtig bewusst geworden“, ergänzt er. Wochenlang haben sich seine Studierenden auf diesen Tag vorbereitet. Erst mit der Erstellung ihres Konzepts, dann mit einer gelungenen Präsentation. „Unser stärkster Mitbewerber hatte ein ganz ähnliches Konzept, aber wichtig war auch, dass wir unsere Idee gut präsentieren. Wir hatten da eine tiefe Fachlichkeit drin“, sagt Naumann.

Die Jury des größten deutschen Klimaschutz-Schulwettbewerbs hat ein durchdachtes Konzept ausgezeichnet. Die Teilnehmer des Wettbewerbs hatten die Aufgabe, mit einem fiktiven Budget von 50?000 Euro – was ganz bewusst der maximalen Gewinnsumme entspricht – Konzepte zu entwickeln, die den Ausstoß von Kohlendioxid an ihrer Schule nachhaltig verringern. Die Viessmann-Schüler haben sich das Gebäude sechs der Berufsschule vorgenommen und einige Verbesserungspotenziale entdeckt. Ihr Klimakonzept beinhaltet: - die Erneuerung der Heizung durch ein Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsgerät (M-KWK) mit zusätzlichem Brennwertkessel, - den Austausch der Heizungsumwälzpumpe durch der Leistung angepasste Hocheffizienzpumpen, - die Integration einer Solaranlage zur Unterstützung der Heizung, - die Nutzung optimierter Zeitprogramme für die Heizungsregelung, - die Dämmung der oberen Geschossdecke, - einen hydraulischen Abgleich,- und den Austausch der konventionellen Beleuchtung durch LED.

Das Einsparpotenzial liegt nach Berechnungen der Studenten bei beachtlichen 758 Tonnen CO2 im Jahr. „Das passt langfristig in unser Portfolio – auch im Bereich Weiterbildung“, sagt Schulleiter Carsten Placht. Die angebotenen Fachschulen an der HVS richten sich an Interessenten mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung. „Wir haben eine sehr starke Klasse“, sagt Placht über die Sieger, „und auch die Anmeldungen für das nächste Jahr sind bereits sehr gut.“ Er selbst habe die „Generalprobe“ der Präsentation erlebt und findet für sie eine einfache, aber klare Umschreibung: „Toll“. Die gesamte Schulleitung sei „sehr, sehr stolz auf diese Truppe“ – glücklich sei er aber besonders, weil die verschiedenen Fachbereiche der Schule zusammengearbeitet hätten. Die IT-Abteilung habe den Studierenden ein neues Präsentation-Programm abseits des Standards „PowerPoint“ zur Verfügung gestellt und erklärt. In der Werkstatt habe es zudem Hilfe beim Nachbau des Gebäudes sechs gegeben, der mit nach Berlin gereist ist.

Das Geld, das die Studierenden mitbringen, ist zweckgebunden: Es muss für die Umsetzung des Konzeptes eingesetzt werden. „Das Projekt muss jetzt über Ausschreibungen weitergeführt werden“, erklärt Lehrer Kurt Naumann. Placht ergänzt, die Signale des Eigenbetriebs Gebäudemanagement des Landkreises seien eindeutig. Einen Zeitplan für die Realisierung des Projekts möchte er aber nicht nennen – für ihn sei wichtig, wie der Preis zustande gekommen ist: „So etwas geht nur, wenn man engagierte Kollegen hat“, lobt er die Beteiligten.

Das Projekt, der Gewinn, all dies sei „nachhaltig“ – auch für den Unterricht. So könne er sich vorstellen, dass spätere Jahrgänge Bestandteile des Konzeptes in ihrem Unterricht bearbeiten – und die, die es entwickelt haben, sollen auch an der Umsetzung mitwirken.

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