Bestellerprinzip kann Makler Aufträge kosten

Waldeck-Frankenberg. Noch ist das Gesetzgebungsverfahren zum sogenannten Bestellerprinzip nicht abgeschlossen.

Doch die Neuregelung der Provisionszahlungen für Immobilienmakler wird voraussichtlich in den nächsten Monaten verabschiedet. Diese sieht vor, dass künftig derjenige für die Vermittlungskosten eines Wohnobjektes aufkommen muss, der den Auftrag dazu gegeben hat. Das wären zu einem großen Anteil die Vermieter und nicht wie bislang die Wohnungssuchenden.

Rudolf Jung, Immobilienmakler in Frankenberg, steht dem Gesetzesentwurf kritisch gegenüber. „Die rechtlichen Streitigkeiten um Mietverträge werden sich erhöhen, denn wenn Vermieter ohne Makler tätig sind, müssen sie die Kontrakte selbst aufsetzen und ihnen fehlt das Fachwissen, das wir Makler haben.“

Jung glaubt, dass sich die Auftragslage im Landkreis Waldeck-Frankenberg für Makler nicht merklich verschlechtern werde. „Der Markt ist hier sehr ausgeglichen. Außerdem hat kaum ein Vermieter die Zeit, abends nach der Arbeit oder am Wochenende noch Wohnungsbesichtigungen mit Interessenten durchzuführen“, erklärt Rudolf Jung. Die Auswirkungen würden sich seiner Meinung nach eher in Ballungszentren bemerkbar machen. „Ein weiteres Problem ist, dass sich der Mietpreis erhöhen könnte, wenn Vermieter für die Provision aufkommen müssen“, prognostiziert er.

Matthias Wiederhold, Immobilienmakler in Korbach, sieht durchaus Probleme auf diejenigen in seiner Berufsgruppe zukommen, die vermehrt mit Mietobjekten zu tun haben. „Ich denke, dass der ein oder andere Vermieter auf einen Makler verzichten wird“, sagt er. Allerdings fielen dann die Vorteile eines zwischengeschalteten Experten weg. „Bessere Möglichkeiten bei der Bonitätsprüfung des Wohnungssuchenden zum Beispiel.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare