Britischer Vize-Botschafter in Battenberg

Ein Besuch im Dienste ihrer Majestät

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Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel (vorne rechts) und weitere Battenberger begrüßten den stellvertretenden britischen Botschafter Simon Gallagher gestern in der Battenberger Altstadt. Fotos: Mark Adel

Battenberg - Ein kurzer Plausch mit Grundschülern, ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und ein Rundgang durchs Museum: Battenberg war Donnerstag Station der Deutschland-Tour von Simon Gallagher. Mit einem Mini wirbt der stellvertretende Botschafter für Tourismus und Wirtschaft in Großbritannien.

Louis Mountbatten war der letzte Vertreter der britischen Königsfamilie, der Battenberg besuchte: Vor 54 Jahren verbrachte der Onkel von Prinz Philip, dem Ehemann der britischen Königin Elisabeth II., eine Nacht im Hotel Rohde.

Doch seitdem warten die Battenberger vergeblich auf einen Besuch derer, die die Stadt im Namen tragen: „Mountbatten-Windsor“ ist schließlich der Nachname einiger Mitglieder der britischen Königsfamilie. Vielleicht könnte Naturfreund Prinz Charles ja mal den Rosengarten der Neuburg bewundern? Oder wird George Alexander Louis of Cambridge zusammen mit Papa William und Mama Catherine einmal durch die Oberstadt flanieren?

Einen Besuch der Royals könne er „nicht versprechen“, sagte der britische Vize-Botschafter Simon Galagher gestern bei seinem Besuch, betonte aber: „Battenberg ist ein Besuch wert.“ Er blieb allerdings diplomatisch: Es gebe in Deutschland viele Orte mit Bezug zu Großbritannien - und die könne die Königsfamilie ja schlecht alle besuchen.

Gallagher reist mit einem 211 PS starken Mini, der mit der britischen Flagge lackiert ist, durch Deutschland. Der Mini stehe als Symbol für den britischen Automobilbau und zugleich für die engen Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland, sagte der Vize-Botschafter: Denn Mini gehört inzwischen zum BMW-Konzern. Und auch die Beatles, die ihre Karriere in Hamburg gestartet hatten, seien ein „tolles Beispiel für die deutsch-britische Verbindung“, erklärte er beim Gang durch die Sonderausstellung über die britische Band im Stadtmuseum in fließendem Deutsch.

Er lobte die Sammlung von Günter Wack, der private Exponate für die Sonderschau zur Verfügung gestellt hatte. Museumsleiterin Elisabeth Skupin, Bürgermeister Heinfried Horsel, Parlamentschef Heinz-Günther Schneider und Ortsvorsteher Walter Jacobi begleiteten ihn durch die Ausstellung.

Auch die Ausstellung zur Verbindung Battenbergs mit dem Königshaus stieß auf sein Interesse - deshalb dürfe Battenberg auf der Tour nicht fehlen. „Wir fühlen uns dem Vereinigten Königreich und den Menschen dort verbunden“, betonte Heinfried Horsel und verwies auf die seit 26 Jahren währende Städtepartnerschaft zwischen Battenberg und Romsey.

Vor dem alten Rathaus bereiteten Viertklässler der Grundschule am Burgberg zumindest schon mal einen königlichen Empfang: Sie schwenkten britische und deutsche Flaggen. Im Foyer des Gebäudes trug sich Simon Gallagher ins Goldene Buch der Stadt ein. Im Anschluss besichtigte er die Viessmann-Werke in Allendorf.

Ob es wieder mehrere Jahrzehnte dauert, bis ein hoher britischer Repräsentant in der Bergstadt begrüßt wird? Horsel hofft, dass es schneller geht und setzt auf den Nachwuchs. Er sei zuversichtlich, einmal den am 22. Juli geborene George Alexander Louis „mit seinen Eltern hier begrüßen zu dürfen“.

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