500 Besucher hören Weihnachtsoratorium in der Liebfrauenkirche

Weihnachtsoratorium: Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit den Kantaten 1 bis 3 führten Kantorei und Orchester der Liebfrauenkirche zusammen mit Solisten am zweiten Weihnachtsfeiertag im ehrwürdigen Frankenberger Gotteshaus auf. Foto: mjx

Frankenberg. Das Publikum war begeistert, es erlebte eine Sternstunde der Kirchenmusik in Frankenberg. Nach dem letzten Takt des Weihnachtsoratoriums am Abend des zweiten Feiertages standen die 500 Besucher in der vollbesetzten Liebfrauenkirche auf und zollten Chor, Orchester und Vokalsolisten lang anhaltenden Beifall.

„Es war ein wunderbare Aufführung“, schwärmten die Eheleute Susanne und Uwe Kleemann aus Frankenberg: „Das Weihnachtsoratorium ist jedes Jahr schöner geworden.“

Währenddessen gab es Blumen für die Solisten und auch für Bezirkskantor Daniel Gárdonyi. Er hatte den Weihnachts-Lobgesang von Johann Sebastian Bach mit den Kantaten 1 bis 3 in den vergangenen knapp vier Monaten mit dem 80-köpfigen Chor der Kantorei der Liebfrauenkirche einstudiert, er dirigierte Chor und Orchester mit Präzision, Sachverstand und großer Hingabe.

Für Gárdonyi war es mit der letzte große Auftritt vor großem Publikum im inzwischen 729 Jahre alten Frankenberger Gotteshaus: Er verlässt Frankenberg nach einem Orgelkonzert im Silvestergottesdienst (Beginn: 23.15 Uhr). Neuer Bezirkskantor in Frankenberg wird am 1. März Nils-Ole Krafft.

Die Blumen an Daniel Gárdonyi überreichte Gerda Albrecht vom Vorstand der Kantorei. Sie bedankte sich innig bei dem scheidenden Kantor: „Es war für uns alle ein großartiges Erlebnis, dieses leider letzte Konzert mit Daniel Gárdonyi aufführen zu dürfen“, sagte sie im Namen der Sänger. Gárdonyi nahm die Worte und die Blumen, aber auch den Jubel des Publikums mit Rührung und Dankbarkeit entgegen. Den Blumenstrauß reckte er als Zeichen des Dankes in den Kirchenhimmel. Es war ein emotionaler Abend - musikalisch und menschlich: „Das letzte Weihnachtsoratorium, der letzte Auftritt mit der Kantorei, das waren für mich höchst bewegende Momente“, sagte Gárdonyi nach dem Konzert.

Mit Pauken und Trompeten begann die Aufführung, schon bei den ersten Takten lag eine große musikalische Spannung in der Luft. Der Chor klang gut, harmonisch und reif, zudem auch rund und weich. Kunst und Kraft versprühten auch die Solisten: die gebürtige Frankenbergerin Marion Clausen (Marburg, Sopran), die Münchnerin Carolina große Darrelmann (Alt), Florian Feth aus Detmold (Tenor) und Alexander Reisewitz (Bad Wildungen, Bass). Alle Solisten gingen aus sich heraus, das Orchester begleitete die Solisten höchst aufmerksam.

Unter dem Strich: In der feierlichen Atmosphäre der Liebfrauenkirche mit Bachs Weihnachtsoratorium und dem großen Abschied von Daniel Gárdonyi gab es einen Abend der großen Gefühle. Was Gárdonyi und die Kantorei auf die Beine gestellt hatten, war höchst beeindruckend. (mjx)

Quelle: HNA

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