Vorsicht vor gefälschten Rechnungen

Betrüger beuten Isolvenz-Opfer aus

Waldeck-Frankenberg. Vor einer neuen Betrugsmasche in Nordhessen warnen Staatsanwaltschaft und Gerichte: Eine „PAZ Justizzentralstelle“ fordert derzeit private Insolvenzschuldner auf, für die von ihnen beantragte Restschuldbefreiung einen Betrag von 79 Euro zu bezahlen.

Die Rechnungen zur Zahlung angeblicher Gerichtskosten sind gefälscht. Als Absender wird in den Schreiben ein „Registergericht Kassel“ mit der Adresse „Oststraße 9“ genannt. Für Insolvenzschuldner ist das Registergericht überhaupt nicht zuständig, und eine Oststraße gibt es in der Stadt Kassel auch nicht.

Auf zwei gefälschte Gerichtskosten-Rechnungen wurde jetzt das Amtsgericht Korbach von Insolvenzverwaltern aufmerksam gemacht. Die Schreiben hatten Insolvenzschuldner im Raum Korbach/Bad Arolsen erhalten. Anders als bei echten Gerichtskosten-Rechnungen nennen die der „PAZ Justizzentralstelle“ keinen Zahlungsgrund. Die 79 Euro sollen laut IBAN-Nummer auf das Konto einer bulgarischen Bank überwiesen werden.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt. Nach Angaben von Sprecher Dr. Götz Wied liegt ihr bereits „eine Vielzahl von Fällen“ vor. Betrügerische Zahlungsaufforderungen der „PAZ Justizzentralstelle“ seien inzwischen im gesamten Bundesgebiet aufgetaucht.

Die gefälschten und im Namen der Justiz verschickten Rechnungen stuft Friedrich Vogel, Geschäftsführer des Korbacher Amtsgerichts, als sehr bedenklich ein. Die Betrüger schreiben tatsächliche Verfahrensbeteiligte der Gerichte an und nutzen dabei die im Internet veröffentlichten Mitteilungen der Insolvenzgerichte. Diese beinhalten den Namen des Schuldners, den Wohnort und das Aktenzeichen. Mit diesen Informationen könnten Betrüger leicht die Anschrift der Betroffenen herausfinden, erklärte Vogel.

Von Andreas Hermann

Quelle: HNA

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