Betrüger mit Enkeltrick im Landkreis Marburg-Biedenkopf wieder aktiv

Marburg-Biedenkopf. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind seit Freitag, 19. Juni erneut Betrüger mit dem sogenannten Enkeltrick aktiv. Die Polizei registrierte bisher mehrere Fälle in Marburg, Kirchhain, Stadtallendorf und Wommelshausen. Bei drei Anrufen reagierten die ausgesuchten Opfer genau richtig, ließen sich nicht näher auf ein Gespräch ein und legten auf.

Der Aufmerksamkeit eines Bankangestellten ist es zu verdanken, dass es am Freitag in Marburg nicht zur Übergabe von 60 000 Euro an die mutmaßlichen Betrüger kam.

Er schaltete sofort die Polizei ein, als ein älterer Mann den hohen Geldbetrag abheben wollte. Ermittlungen der Kriminalpolizei brachten schnell den wahren Hintergrund des Geschehens ans Tageslicht. Den Anruf der echten Tochter hatte es nämlich nie gegeben.

Am Dienstag hob eine Seniorin 10.000 Euro ab, um den angeblichen Enkel zu helfen. Glücklicherweise hatte die Marburgerin zwischenzeitlich Kontakt mit dem echten Enkel und ein Schaden konnte verhindert werden.

Betroffene, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, setzen sich bitte umgehend mit der Polizei in Verbindung. Hinweise bitte an das Fachkommissariat 23 der Kripo Marburg, Tel. 06421/ 4060.

Infos zum Enkeltrick:

Der Enkeltrick ist eine Erscheinungsform des Betruges. Opfer sind regelmäßig ältere Menschen. Sie werden nach zahlreichen Telefonanrufen in den Glauben versetzt, mit einem existierenden Verwandten, eben dem Enkel oder dem Neffen, zu sprechen. Dieser gibt vor, in einer akuten Krisensituation zu stecken. Wegen eines Unfalls oder einer sich bietenden einmaligen, nicht aufschiebbaren Kaufgelegenheit benötige er sofort eine größere Bargeldsumme.

Das hilfsbereite und gutgläubige Opfer sucht seine Hausbank auf, um einen erheblichen Geldbetrag abzuholen. Zuhause angekommen, erfolgt ein weiterer Anruf mit dem Hinweis, dass eine Bekannte/ein Bekannter des aus irgendwelchen Gründen gerade verhinderten Verwandten das Geld abholt. Unmittelbar darauf erscheint eine - zumeist schweigsame - Person, lässt sich den Betrag auszahlen und verschwindet.

Bemerkenswert ist, dass sich die Senioren - einmal entschlossen, ihrem „Enkel“ zu helfen - nur schwer von ihrem Vorhaben abbringen lassen.

Verhaltenshinweise der Polizei:

Oberstes Gebot ist niemals Geld an unbekannte Personen zu übergeben. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer, ohne ihren Namen zu nennen als Verwandte, Bekannte oder Freunde ausgeben Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer sofort persönliche Rücksprache. Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110. „Verabreden Sie sich nicht blind. Nehmen Sie vor allem kein Geld mit und holen Sie keins ab. Geben Sie es erst recht keinem Fremden! (nh/jun)

Quelle: HNA

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