Bezirkskantorin fördert seit 40 Jahren Kirchenchöre und Organisten

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Menschen für Musik begeistern: Das gelingt Bezirkskantorin Irene Tripp seit 40 Jahren im evangelischen Kirchenkreis Frankenberg, hier bei einem Adventskonzert in der Liebfrauenkirche mit den von ihr geleitete Kirchenchören im Dezember 2007.

Frankenberg. Sie steht auf dem Podest und dirigiert ein paar hundert Sänger bei großen Chortreffen oder beim Himmelfahrtsgottesdienst an der Quernst-Kapelle, sie ist auch im Winter bei Eis und Schnee abends unterwegs zu ihrem Singkreis in Rengershausen.

Nachmittags sitzt sie mit Orgelschülern in ihrer Wohnung am Klavier - seit 40 Jahren sorgt Irene Tripp als Bezirkskantorin für lebendiges kirchenmusikalischen Leben im Frankenberger Land.

Am Sonntag soll ihr dafür ab 15 Uhr in der Liebfrauenkirche bei einem musikalischen Gottesdienst mit Dekanin Petra Hegmann gedankt werden.

Mit zwei Koffern kam die Studentin von der Kirchenmusikschule Herford im Oktober 1972 in Frankenberg an, Freunde und Nachbarn halfen mit Mobiliar und Geschirr aus, insbesondere Kantor Martin Naumann, der die Einrichtung der Bezirkskantorenstelle im Kirchenkreis Frankenberg angeregt und in Schlüchtern von Kirchenmusikdirektor Dr. Walter Blankenburg die Empfehlung für Irene Tripp erhalten hatte. Aus der zunächst halben Stelle wurde im Frühjahr 1973, nachdem sie in Herford ihr B-Examen bestanden hatte, in Frankenberg eine Vollbeschäftigung.

„Ich hatte gleich Orgel- und Klavierschüler, manchmal 30 pro Woche, Chöre und Kinderchöre“, erinnert sich die 64-jährige Kirchenmusikerin heute. Regelmäßig hielt sie Seminare für den Chorleiternachwuchs, an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern bot sie in den Ferien als Dozentin zusätzliche Fortbildungslehrgänge an.

Derzeit leitet sie, teilweise schon seit mehr als 35 Jahren, die Kirchenchöre von Haubern, Löhlbach, Rengershausen, Vöhl und Ernsthausen, die regelmäßig bei Gottesdiensten und festlichen Anlässen mitwirken. Allerdings musste sie beobachten, wie sowohl das Interesse am Chorgesang wie auch an der Organistenausbildung im Kreis immer stärker zurück ging: „Es kommen keine jüngeren Nachwuchssänger mehr in die klassischen Kirchenchöre.“ Für besondere Projekte gelingt es ihr aber immer wieder, Kinder und Erwachsene zu zum Singen zu aktivieren - derzeit fünf Kinderchöre in der Weihnachtssaison.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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