Bienen belagern Apfelbaum in Laisa: Tausende Tiere waren Königin gefolgt

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Umschwärmt: Bettina Hartle-Bremerich (links) und Alfred Noll hatten allerhand Mühe, die ausgeschwärmten Bienen aus dem Apfelbaum in den Bienenkasten zu befördern. Fotos: zpd

Laisa. Aufregung im Garten von Familie Bremerich in Laisa: Tausende Bienen umschwirrten einen der Apfelbäume. Sie hatten ihrer Königin folgend den Stock verlassen, um sich ein neues Zuhause zu suchen.

In einer großen Traube ließen sie sich an einem der oberen Äste nieder. Für „Nachwuchsimkerin“ Bettina Hartle-Bremerich galt es nun, keine Zeit zu verlieren. Alfred Noll, ihr Imkerpate aus Battenberg, wurde gerufen, das Imkergewand übergestreift, und zwei Leitern wurden an den Baum gestellt.

Zunächst musste die Bienentraube mit Wasser benetzt werden, damit die Bienen näher zusammenrückten und weniger aufflogen. Dann musste ein Bienenkasten (eine Bienenbeute) dicht unter der Traube platziert werden, um die Tiere mit einem gezielten Schlag hinein befördern zu können. Alfred Noll kletterte in die Baumkrone, leider saßen jedoch die Bienen so ungünstig, dass der 83-Jährige den gesamten Ast absägen musste, um die Traube in die Beute zu bekommen.

Der weniger akrobatische Teil des Unternehmens bestand darin abzuwarten, ob sich außerhalb der Beute neue Trauben bildeten, was ein Hinweis darauf gewesen wäre, dass die Imker die Königin noch nicht erwischt hatten. Zwei dicke Äste ärmer, drei Stiche in die Hand und einen Schwarm reicher beschlossen die Imker ihre erfolgreiche Jagd.

Im Frühsommer kommt es vor, dass auf einen Schlag zehntausend und mehr Bienen eines Volkes ihren angestammten Stock verlassen und ausschwärmen, um sich ein neues Zuhause zu suchen. Das Schwärmen geschieht vor allem dann, wenn das Futterangebot hoch ist und es im Stock zu eng wird, um neben den Futtervorräten genügend Brut heranzuziehen. Eine gute Woche vor dem Massenauszug hat die Bienenkönigin Eier in sogenannte Weiselzellen gelegt, aus denen neue Königinnen schlüpfen. Eine von ihnen bildet dann mit den zurückgebliebenen Bienen ein neues Volk.

Manche Imker nutzen den Schwarmtrieb der Bienen als natürliche Völkervermehrung. Direkt nachdem ein Schwarm sich niedergelassen hat, ist er friedlich, denn alle Bienen sind voller Honigvorräte und haben damit zu tun, diesen zu verwahren. Fängt man den Schwarm nicht, zieht er nach kurzer Zeit weiter. Von einem gefangenen Schwarm gibt es in dem Jahr keinen Honig. (zpd)

Quelle: HNA

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