Amerikanische Faulbrut bei Bienenstand festgestellt - Keine Gefahr für Menschen

Bienenseuche bricht in Holzhausen aus

Hatzfeld-Holzhausen - Bei einem Bienenstand in Holzhausen wurde die Amerikanische Faulbrut festgestellt. Für Menschen geht von der Krankheit keine Gefahr aus, die betroffenen Tiere mussten allerdings mit Schwefel getötet werden.

Der Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreises hat die Amerikanische Faulbrut bei einem Bienenstand in Holzhausen im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt. Damit sich die Tierseuche nicht ausbreitet, wurde Holzhausen zum Sperrbezirk erklärt und die erkrankten Tiere abgeschwefelt - also getötet.

Durch die Amerikanische Faulbrut wären die betroffenen Bienenvölker früher oder später wohl ausgestorben. Das erklärt Arno Becker, Vorsitzender des Imkervereins Oberes Edertal. „Uns ist wichtig zu sagen, dass der Imker nichts dafür kann. Außerdem ist die Erkrankung für den Menschen nicht gefährlich.“ Die Mitglieder des Vereins im Sperrbezirk seien alle informiert worden.

Regeln für Imker im Sperrbezirk

Die Gefahr einer Ausbreitung ist laut Becker gering. Bislang seien weniger als fünf Bienenvölker des Imkers betroffen - und diese seien zum Zeitpunkt der Feststellung noch nicht schwach oder schwer krank gewesen. Erst dann rauben Bienen anderer Stände den Honig und verbreiten so die Krankheit. Durch die Abtötung der kranken Bienen können nun keine Tiere mehr aus dem Stand raus oder in den Stand hinein. Nächste Woche werden die Bienen von einem Beauftragten verbrannt. Heute noch werden Stände von anderen Imkern im Sperrbezirk untersucht. Dieser umfasst einen Radius von einem Kilometer rund um den Ausbruchspunkt.

Der Landkreis weist darauf hin, dass Besitzer von Bienenvölkern im Sperrbezirk dazu verpflichtet sind, den genauen Standort und die Anzahl ihrer Völker dem Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen zu melden. Alle Bienenvölker und -stände sollen amtstierärztlich untersucht werden. Außerdem dürfen bewegliche Bienenstände im Bezirk weder von ihrem Standort entfernt, noch dürfen Bienenvölker in den Bereich hineingebracht werden.

Zusätzlich ist es nicht gestattet, Bienenvölker, lebende oder tote Bienen sowie Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften aus den Bienenständen zu entfernen. Wachs, Waben, Wabenteile und -abfälle dürfen nur an wachsverarbeitende Betriebe weitergegeben werden - wenn diese über die erforderlichen Einrichtungen zur Entseuchung verfügen.

Dass sich Bienenhalter in Holzhausen ab sofort an die vorgegebenen Schutzmaßnahmen halten, ist laut Veterinäramt extrem wichtig, um die hochansteckende Tierseuche einzudämmen.

Honig aus den USA als Übel

Laut Arno Becker sind weniger als fünf Bienenvölker des Imkers an der Seuche erkrankt. Er sieht als Auslöser für die Seuche importierten Honig aus den USA. Dort würde die Faulbrut mit Medikamenten bekämpft und nicht so radikal wie hierzulande. Und so komme es vor, dass Bienen in Deutschland an importiertem Honig lecken und so die Krankheit mit in ihren Stand nehmen würden. Amerikanischer Honig sei zudem mit Antibiotika belastet. „Wir schwefeln die Bienen ab, um auf Medikamente zu verzichten“, sagt Becker. Er hofft, dass der betroffene Imker durch das sogenannte Kunstschwarmverfahren - ein Weg der Desinfektion - einige Völker wieder aufbauen kann.

Sperrbezirke gibt es nach Angaben von Becker in Deutschland immer mal wieder. In Holzhausen wird dieser aufgehoben, wenn alle Bienenvölker des erkrankten Bienenstandes beseitigt worden sind oder nachdem nach Anweisung eines Amtstierarztes ein Kunstschwarmverfahren durchgeführt und die Entseuchung unter amtlicher Überwachung durchgeführt worden ist. (tt)

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