Betroffene Imker müssen Bienenvölker töten

Bienenseuche in Holzhausen: Imker-Vorsitzender warnt vor Panik

Holzhausen. „Die Faulbrut ist für Menschen vollkommen unbedenklich“, sagt Arno Becker, der Vorsitzende des Imkervereins Oberes Edertal. Zu dem Verein gehört auch der Imker in Holzhausen, in dessen Bestand nun die Bienenseuche festgestellt wurde.

„Wir haben durch Telefonkette bereits alle unsere Imker informiert“, berichtet Arno Becker der HNA. Die Imker im Oberen Edertal, die nicht im Holzhäuser Sperrbezirk liegen, müssen ihre Bienen jetzt aber nicht wegsperren. „Da im Moment relativ viel blüht, fliegen die Bienen nicht so weit.“ Es könne aber sein, dass das Bienen-Institut des „Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen“ aus Kirchhain weitere Völker im Umkreis von Holzhausen untersuche. Wo die Völker stehen, sei dem Veterinäramt bekannt, da grundsätzlich alle Bienenvölker anzeigepflichtig seien, erklärt der 34-Jährige.

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Die Bienenvölker des betroffenen Standes in Holzhausen – laut Becker sind es etwa vier – seien mit der Verbrennung von Schwefel bereits abgetötet und danach verschlossen worden, damit jetzt keine anderen Bienen mehr in Kontakt mit der Faulbrut kommen können. „Die abgetöteten Völker werden erst nächste Woche verbrannt, vorher werden sie noch genauer untersucht“, erklärt Arno Becker.

„Für den betroffenen Imker ist das natürlich dramatisch, weil seine Völker getötet werden müssen. Und auch die umliegenden Imker haben Sorgen, dass sich ihre Bienen auch angesteckt haben.“ Die Völker eines zweiten Imkers in Holzhausen würden am Freitag ebenfalls untersucht, um zu überprüfen, ob sie auch von der Faulbrut befallen sind.

Becker, der seit einigen Monaten der neue Vorsitzende der Imker im Oberen Edertal ist, ist kein früherer Fall von Amerikanischer Faulbrut in Waldeck-Frankenberg bekannt. „Bundesweit gibt es aber immer wieder eine Handvoll Sperrbezirke wegen solcher Fälle.“

Laut Arno Becker kommt die Amerikanische Faulbrut über importierten Honig aus Übersee nach Deutschland: Werde ein Glas solchen Honigs nicht ganz leer gegessen und in den Müll geworfen, könnten Bienen den Erreger aufnehmen. „Das Problem ist, dass die Amerikaner die Faulbrut nur mit Antibiotika versuchen zu bekämpfen.“ Für den Battenberger sei das ein Argument für Verbraucher, heimischen Honig zu kaufen.

„Die Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, der Honig kann ohne jede Einschränkung auch weiterhin verzehrt werden“, schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seiner Internetseite über die Faulbrut.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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