Rennertehausen: Langzeitarbeitslose arbeiten auf Heideflächen

Billig für Gemeinde, gut für die Natur

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Langzeitarbeitslose haben nahe Rennertehausen einen Wall aus Ästen und Sträuchern aufgetürmt. Damit wird eine Heidefläche abgegrenzt. Vertreter der Gemeinde Allendorf, vom Jobcenter und vom Verein Arbeit und Bildung haben das Projekt vorgestellt.

Rennertehausen - Auf einer 4,5 Hektar großen Fläche im Gemeindewald soll entstehen, was vor mehr als hundert Jahren schon mal war: eine Heide. Im Dienste der Natur waren Arbeitslose für eine Handvoll Euro im Einsatz.

Die Arbeiten wären ohne die Ein-Euro-Jobber gar nicht ausgeführt worden, stellten Klaus-Jürgen Klann vom Jobcenter des Kreises, Bürgermeister Claus Junghenn und Rainer Dolle, Geschäftsführer des Vereins Arbeit und Bildung, bei der Vorstellung des Projekts klar. „Es werden keine regulären Arbeitsplätze vernichtet, die Arbeiten werden sonst gar nicht gemacht“, sagte Klann. Das Jobcenter hat den Bildungsträger Arbeit und Bildung mit den Arbeiten bei Allendorf beauftragt.

Die zum Gemeindewald gehörende Fläche oberhalb der Rennertehäuser Grillhütte war vor acht Jahren abgeholzt worden, berichtete Revierförster Erich Wetzlar. Schafe befreien das Gelände im Frühjahr von Bewuchs, die ersten Erfolge sind sichtbar: Stellenweise ist die Heide schon zurückgekommen. Umweltplaner Gerrit Engelbach hatte das Projekt betreut und zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Fläche sei bis zur Industrialisierung von Schafen beweidet worden. Nach Ende der landwirtschaftlichen Nutzung war der Südhang zugewachsen.

Die Aufgabe der Arbeiter hatte darin gelegen, abgeschnittene Sträucher und Äste zu einem dichten Wall aufzutürmen und damit das Gelände abzugrenzen. Damit soll auch verhindert werden, dass die Schafe die Fläche am Südhang des Waldes verlassen. Zugleich bieten die Haufen einen Lebensraum für Vögel.

Ziel sei, die Langzeitarbeitslosen - im Fachjargon „erwerbsfähige Hilfebedürftige“ - wieder in feste, reguläre Jobs zu vermitteln. Bei der gemeinnützigen Arbeit vermittele der Verein Arbeit und Bildung fachliche und soziale Kenntnisse, sagte Klann. „Es ist eine Brücke zur Integration in den Arbeitsmarkt.“ Zusätzlicher Effekt sei, „dass die Arbeiten der Allgemeinheit dienen“.

Bis zu sechs Monate sind die Arbeitslosen mit Projekten für Arbeit und Bildung beschäftigt - oft aber wesentlich kürzer, weil viele schon vorher ver­mittelt werden. Jeder Dritte finde eine Arbeit, betonte Rainer Dolle. Langzeitarbeitslose hätten vom Aufschwung weniger profitiert.

Bürgermeister Claus Junghenn erläuterte, es gebe in der Gemeinde immer wieder Gelegenheiten für solche Arbeiten. Er sei über die Hilfe sehr froh, die Gemeinde gebe hin und wieder ein Frühstück aus.

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